Zehn Jahre Förderverein Liberale Synagoge Darmstadt - zehn Jahre "Zukunft braucht Erinnerung"

Gegründet am 25. Januar 2011 / Am 25. Januar 2021 jährt sich das 10jährige Bestehen des FLS, des Darmstädter Vereins für aktive Erinnerungskultur

10 Jahre Förderverein Liberale Synagoge (2011 - 2021) - Zeit für eine (Zwischen-)Bilanz

Jubiläums-Chronik zum 10jährigen Bestehen des Fördervereins Liberale Synagoge Darmstadt e.V. (2011-2021)

10 Jahre Förderverein Liberale Synagoge Darmstadt

2011

Am 25. Januar 2011 gründet sich auf Initiative von Martin Frenzel der Förderverein Liberale Synagoge Darmstadt e. V. – Verein für eine aktive Erinnerungskultur auf der Mathildenhöhe. Martin Frenzel wird zum Gründungs- und Ersten Vorsitzenden des Fördervereins Liberale Synagoge Darmstadt gewählt. Stellvertretende Vorsitzende werden die langjährige Stadträtin Lilo Kiel und der frühere Umweltdezernent Klaus Feuchtinger, Schatzmeister Martin Remmele, Schriftführerin Ellen Eckhardt, BeisitzerInnen u.a. Peter Benz, Ludwig Achenbach und Dieter Wenzel. Zuden prominenten Gründungsmitgliedern gehört auch die Darmstädter Ärztin Dr. Inge Landzettel.  Bei einer Pressekonferenz im Haus der Geschichte am Karolinenplatz stellte sich sodann der frisch gegründete FLS der Öffentlichkeit vor. Prof. Dr. Friedrich Battenberg, damaliger Leiter des Hessischen Staatsarchivs, ermöglichte diesen Termin in seinem Hause.

Auf Initiative des Fördervereins Liberale Synagoge Darmstadt e.V. wird am 9. November 2011 der kleine, aber feine Julius-Landsberger-Platz auf dem Klinikumsgelände nahe der Gedenkstätte Liberale Synagoge eingeweiht. Es sprechen zur Einweihung: Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch, der Vorsitzende des Fördervereins Liberale Synagoge, Martin Frenzel, und Moritz Neumann, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Darmstadt. Das Medienecho ist beträchtlich, Presse, Funk und Fernsehen - und die dpa-Meldung über den Julius-Landsberger-Platz erscheint sogar im fernen Hamburger Abendblatt. Der Darmstädter Dokumentarfilmer Christian Gropper dreht im Auftrag des FLS zudem eine Filmbericht zur Einweihung des vom FLS initiierten Julius-Landsberger-Platzes.

2012

Der Förderverein Liberale Synagoge veranstaltet im Herbst (Okt./Nov.) erstmals die Darmstädter Aktonswochen gegen Antisemitismus, die von da an jedes Jahr stattfinden (außer krankheitsbedingt 2017).

2013

Im Frühjahr 2013 findet - auf Anregung und nach Idee des Fördervereins Liberale Synagoge - eine vielbeachtete Retrospektive der fotografischen Werke der deutsch-englischen Meisterfotografin Elsbeth Juda (1911-2014) statt. Ihre Werke sind erstmals nach ihrer Heimatvertreibung durch die Nazis 1933 in ihrer Geburtsstadt Darmstadt zu sehen - und die Tochter des ebenfalls in Darmstadts verfemten großen Kultur- und Technikphilosophen Prof. Dr. Julius Goldstein gibt sich zur Vernissage höchstselbst die Ehre. Es sprechen: Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch, die ehem. Kulturministerin Ruth Wagner, Dr. Peter Joch, Direktor der Kunsthalle Darmstadt, und Martin Frenzel, Vorsitzender des Fördervereins Liberale Synagoge. Ein Jahr später, 2014, stirbt Elsbeth Juda, geb. Goldstein, im Alter von 103 Jahren.

Auch die zweite Benefizspendenkampagne findet - trotz widrigster Umstände - ein gutes Ende: Auf Initiative des Fördervereins Liberale Synagoge werden im November 2013 die beiden Gedenktafeln zu Ehren Rabbi Julius Landsberger auf dem gleichnamigen Platz, Klinikumsgelände, eingeweiht. Ein vom FLS in Auftrag gegebenes Aluminium-Kunstwerk der zerschnittenen Büste des Rabbiners Landsberger (ausgeführt im Auftrag des FLS durch den Bldhauer Gerhard Roese) und eine Zukunft braucht Erinnerung-Gedenktafel, die über Leben und Wirken des legendären Thora-Gelehrten der Kaiserreichszeit informiert. Es sprechen zur Einweihung: Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch, Martin Frenzel, Vorsitzender des Fördervereins Liberale Synagoge, Moritz Neumann, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde. Musikalische Begleitung: Irith Gabriely. Zugegen sind zahlreiche deutsch-jüdische ehemalige Darmstädter:Innen.  

Mit aktiver Unterstützung des Fördervereins Liberale Synagoge bei der historischen Recherche & Dokumentation sowie der Beschaffung von Zeitzeug:Innen produziert der Darmstädter Filmemacher Florian Steinwandter-Dierks den sehenswerten Doku-Film "Die Liberale Synagoge: Wenn Steine aus der Mauer schreien". Der halbstündige Film gerät zu einem echten Meisterstück. Prädikat: Besonders wertvoll.

Der Förderverein Liberale Synagoge erhält für besonderes ehrenamtliches Engagement auf dem Gebiet der aktiven Erinnerungskultur den Ludwig-Metzger-Preis 2013. Martin Frenzel und die stellv. Vorsitzende Lilo Kiel nehmen den Preis entgegen.

2014

Im April 2014 erhält der Vorsitzende des Fördervereins Liberale Synagoge, Martin Frenzel, für sein besonderes ehrenamtliches Erinnerungsarbeits-Engagement die Bürgerehrung der Stadt Darmstadt. Im Mai 2014 wird der Förderverein Liberale Synagoge mit dem zweiten Preis des Gesicht zeigen!-Preises der Stadt Darmstadt (für Zivilcourage und gegen Rassismus) ausgezeichnet.

Der Förderverein Liberale Synagoge ehrt mit einer Gedenktafel Otto Wolfskehl und seine Familie (darunter Karl und Eduard Wolfskehl) im November 2014 im Bessunger Wolfskehlschen Park. Es ist das erste Mal, das die Familie Wolfskehl, allen voran Otto, eine der Lichtgestalten des Darmstädter Reformjudentumsin der Kaiserreichszeit eine solche Ehrung erfahren - und das erste Mal, dass im Wolfskehlschen Park eine solche Tafel aufgestellt wird. Bis kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs stand im Park die Patriziervilla Otto Wolfskehls, die im Bombenkrieg zerstört wurde. Nach 1945 erinnerte nichts, außer dem Namen des Parks, bis 2014 an die bedeutende Geschichte der Wolfskehls. Zur Einweihung der Tafel sprechen unter dem Motto "Zukunft braucht Erinnerung": Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch und Martin Frenzel, Vorsitzender des Fördervereins Liberale Synagoge. Musik: Irith Gabriely.

2015

Im November 2015 gelingt es dem Förderverein Liberale Synagoge, eine Gedenktafel auf dem Johannesplatz (Nordwestseite, Ecke Wilhelm-Leuschner-Str.) im Windschatten der Johanneskirche zu Ehren des Johannesviertel-Begründers, Stadtverordneten, Unternehmers und Gemeindevorstehers der Liberalen Synagoge, Heinrich Blumenthal, einzuweihen - in Zusammenarbeit mit dem Kirchenvorstand der Ev. Johannesgemeinde und der Stadt Darmstadt. Es sprechen: Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch, Martin Frenzel, Vorsitzender des Fördervereins Liberale Synagoge, und Pfarrer der Ev. Johanneskirche, Die Queen of Klezmer, Irith Gariely, sorgt für die musikalische Begleitung. 

2016

Der Förderverein Liberale Synagoge setzt seine neue, 2015 gestartete Benefizspendenkampagne "Darmstadt braucht eine Rabbi Bruno Italiener-Gedenktafel" fort.  Wegen Krankheit und der anschließenden Corona-Pandemie soll die Einweihung der neuen Erinnerungstafel im November 2021 erfolgen - im Zeichen des 65. Todestags des legendär-charismatischen Thora-Gelehrten und Leo Baeck-Weggefährten. 

2017

Nach über vierjährigem Engagement wird der Traum des Fördervereins Liberale Synagoge Darmstadt e.V. von einem Karl Heß-Platz mit Gedenktafel vorm Merck-Stadion am Böllenfalltor endlich wahr. Der Förderverein Liberale Synagoge und der SV Darmstadt 98 weihen den bundesweit beachteten Karl Heß-Platz zu Ehren des lange ungeehrten deutsch-jüdischen Vorsitzenden der Lilien, Dr. Karl Heß (1928-1933), in Kooperation mit der Stadt Darmstadt am 15. Januar 2017 ein. Es sprechen: Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch, der Vorsitzende des SVD 98, und Martin Frenzel, Vorsitzender des Fördervereins Liberale Synagoge.  Musik: Irith Gabriely.

2018

Der Förderverein Liberale Synagoge setzt nach über acht Monaten krankheitsbedingter Pause seine aktive Erinnerungsarbeit fort - und die neue Benefizspendenkampagne "Darmstadt braucht einen Julius Goldstein-Platz mit Gedenktafel". Wegen der Corona-Pandemie wurde die geplante Einweihung auf voraussichtlich November 2022 verschoben.

2019

2020

Trotz des Ausbruchs der Corona-Pandemie und des Lockdowns im März 2020 sieht der Förderverein Liberale Synagoge die aktive Erinnerungsarbeit als dauernde Aufgabe: Am 23. Februar 2020 findet - wie jedes Jahr- ein Geburtstags-Rundgang zum 144-jährigen Bestehen der Liberalen Synagoge wie gewohnt statt. Im Juni 2020 setzt der FLS ein Zeichen gegen den Anschlag auf die Helmut Lortzsche Menora vor der Gedenkstätte Liberale Synagoge: Ein Rundgang "Jüdisches Darmstadt - Auf den Spuren der Liberalen Synagoge" stößt auf reges Interesse.

Im Oktober 2020 starten die 8., alljährlichen Darmstädter Aktionswochen gegen Antisemitismus 2020 - nach ausdrücklicher Ausnahmegenehmigung  durchs städtische Ordnungsamt für alle vier im November 2020 geplanten Jüdisches Darmstadt-Rundgänge. Am 8. November 2020 ist beim zweiten Rundgang sogar die Hessenschau des Hessischen Rundfunks dabei, die über den Start der Darmstädter Aktionswochen gegen Antisemitismus abends im Fernsehen berichtet. Motto: Zukunft braucht Erinnerung. Auf nachträgliche Intervention des Gesundheitsamts muss der FLS die drei restlichen Rundgänge leider jäh absagen, obwohl auch diese vom Ordnungsamt genehmigt waren.

2021

Der Förderverein Liberale Synagoge Darmstadt e.V. begeht am 25. Januar 2021- der Corona-Pandemie zum Trotz - sein zehnjähriges Bestehen. 

Pressemitteilung zum 10jährigen Jubiläum des FLS:

Förderverein Liberale Synagoge: 10 Jahre Zukunft braucht Erinnerung (2011 – 2021)

Verein engagiert sich seit dem Gründungstag am 25. Januar 2011 / „Darmstädter Anwälte für aktive Erinnerungskultur“

Zum zehnjährigen Gründungsjubiläum (25. Januar 2021) plant der FLS nun drei digitale Jubiläumsveranstaltungen im Frühjahr 2021: Einen Filmabend mit anschließendem Vortrag „145 Jahre Liberale Synagoge: Wenn Steine aus der Mauer schreien“   mit anschließendem Vortrag über vergessene Darmstädter Jüdinnen am Dienstag, 23. Februar 2021 (20.00 Uhr), einen Online-Zoom-Vortrag „Vergessene Darmstädter Juden: Von Rabbi Bruno Italiener bis Julius Goldstein“ (Sonntag,  28. März 2021, 20.00 Uhr) und eine Hommage-Abend zu Ehren Elsbeth Judas, geb. Tochter Julius Goldsteins, zu deren 100. Geburtstag am Sonntag 2.Mai 2021, 20 Uhr (via Zoom)

Zehn Jahre „Zukunft braucht Erinnerung“: Der Förderverein Liberale Synagoge Darmstadt e.V. feiert 2021 sein zehnjähriges Bestehen. Die Gründung fand vor genau einer Dekade, am 25. Januar 2011, auf der Mathildenhöhe statt. Auf Initiative von Martin Frenzel, der damals zum Gründungsvorsitzenden gewählt wurde, trafen sich damals etliche Darmstädter Bürgerinnen und Bürger, für die Erinnerungsarbeit eine dauernde, ganzjährige Aufgabe darstellt. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten von Beginn an der ehemalige Oberbürgermeister Peter Benz, der frühere Umweltdezernent Klaus Feuchtinger, Lilo Kiel und Ludwig Achenbach, aber auch Dieter Wenzel, Martin Remmele und die Kinderärztin Dr. Inge Landzettel. „Wir sind ein überparteilicher, unabhängiger Verein für aktive Erinnerungskultur“, so der Tenor beim FLS. Die „Jüdischen Allgemeine“ aus Berlin habe den FLS einmal als „Darmstädter Anwälte der Erinnerungskultur“ bezeichnet. Man fühle sich dem Erbe Fritz Bauers verpflichtet, der einmal gesagt habe: "Nichts gehört der Vergangenheit an. Alles ist Gegenwart und kann wieder Zukunft werden." Und mehr noch: „Leider ist es eine typisch deutsche Eigenschaft, den Gehorsam schlechthin für eine Tugend zu halten. Wir brauchen die Zivilcourage, 'Nein' zu sagen.“

Trotz des auch für den FLS schweren Corona-Jahrs 2020 zieht der FLS-Vorsitzende Martin Frenzel eine positive Zehn-Jahres-Bilanz: „Wir haben in den zehn Jahren einen aktiven Beitrag zur

 Demokratiebildung und für ein geschichtsbewusstes, weltoffenes Darmstadt geleistet, unser Motto ‚Zukunft braucht Erinnerung‘ war und ist uns dabei eine Leitidee.“

 

Frenzel erinnerte daran, dass es getreu der Maxime Saul Friedländers – „Gebt der Erinnerung Namen“ – den deutsch-jüdischen Darmstädter Persönlichkeiten ein Gesicht und ihre Geschichte zu geben. Der FLS habe seit 2011 damit auch und gerade das erinnerungskulturelle Stadtbild Darmstadt mit geprägt: Im November 2011 sei auf Initiative des FLS auf dem Klinikumsgelände der Julius-Landsberger-Platz zu Ehren des gleichnamigen Kaiserreichs-Rabbiners der Liberalen Synagoge eingeweiht worden, gefolgt von zwei Gedenktafeln zu Ehren Landsbergers im November 2013. Zudem habe der FLS dafür gesorgt, dass die Julius Goldstein-Tochter Elsbeth Juda (1911-2014) erstmals nach ihrer Vertreibung aus ihrer deutschen Heimat durch die Nazis im April 2013 in der Kunsthalle Darmstadt eine Werkausstellung („Bauhaus und neues Sehen“) erleben konnte. Im November 2014 wurde sodann die Familie Wolfskehl-Gedenktafel des Fördervereins Liberale Synagoge im Bessunger Wolfskehlschen Park eingeweiht, als Hommage für Otto Wolfskehl und die Seinen (darunter Eduard und Karl Wolfskehl). Im November 2015 folgte die Heinrich Blumenthal-Gedenktafel des FLS auf dem Johannesplatz zu Ehren des ersten Gemeindevorstehers und Stadtteil-Gründers des Johannesviertels (früher: Blumenthalviertel), die der FLS initiierte und in Kooperation mit dem Kirchenvorstand der Ev. Johanneskirche einweihte. Am 15. Januar 2017 sei darüber hinaus der seit 2013 gehegte Traum des FLS, einen Karl Heß-Platz mit Gedenktafel in Darmstadt zu verwirklichen, wahrgeworden. Auf Initiative des FLS habe man den Platz mit Tafel zu Ehren des nach 1945 nie rehabilitierten und geehrten Lilien-Vorsitzenden der Weimarer Republik, den Darmstädter Rechtsanwalt Dr. Karl Heß (1900-1973) in Zusammenarbeit mit dem SV Darmstadt 98 und mit Unterstützung der Stadt vorm Eingang des Merck-Stadions am Böllenfalltor in die Tat umgesetzt. „All diese Wegzeichen der Demokratie und gegen das Vergessen waren und sind von unserer obersten Richtschnur geprägt: Dem Artikel 1 des Grundgesetzes: Die Würde des Menschen ist unantastbar“, so Frenzel.

Zudem habe man zahlreiche namhafte, bundesweit renommierte Referent:Innen zu Vorträgen, Podiumsabenden, Filmveranstaltungen und Konzerten eingeladen, darunter Julius H. Schoeps, Norbert Frei, Ernst Klee, Götz Aly, Joachim Perels, Jochen Böhler, Ulrich Herbert, Irith Gabriely, Miriam Magall, Rabbiner Walter Rothschild, Iris Stromberger, Frank Decker, Wolfgang Benz, Wolfram Wette u.v.a.

 

Hinzu kamen Ausstellungen wie etwa über die Opfer rechtsextremer Gewalt 2012 im Justus-Liebig-Haus (in Kooperation mit der Stadt Darmstadt), die sehenswerte Wanderschau „Kicker, Kämpfer, Legenden - Juden im deutschen Fußball“ über vergessene deutsch-jüdische Sportler und Fußballer in Kooperation mit dem SV Darmstadt 98 (in den Räumen der Volksbank Darmstadt) im Frühjahr 2017 oder die vielbeachtete Wander-Schau „Widerstand“ im April-Mai 2017 in Kooperation mit dem Katholischen Bildungszentrum nr30 und der Ev. Erwachsenenbildung (in nr30).  

 

 

Seit zehn Jahren führt der FLS nicht zuletzt das ganze Jahr hindurch – außer in der Sommerpause –

 

Ehrenamtlich Jüdisches Darmstadt-Rundgänge „Auf den Spuren der Liberalen Synagoge“ in der Gedenkstätte Klinikumsgelände durch. „Die Rundgänge stoßen auf sehr positive Resonanz bei den Leuten, für Viele bedeuten sie eine Menge Aha-Erlebnisse.“ Auch Spezial-Führungen eigens für Schüler:Innen oder Unternehmen waren dabei.

 

 

Seit 2012 organisiert der FLS überdies gemeinsam mit Kooperationspartnern jedes Jahr im Oktober/November seine Darmstädter Aktionswochen gegen Antisemitismus.

 

2013 wurde der FLS mit dem Ludwig-Metzger-Preis geehrt, Martin Frenzel für sein erinnerungskulturelles Engagement 2014 mit der Bürgerehrung der Stadt Darmstadt und der FLS im gleichen Jahr mit dem Gesicht zeigen!-Preis der Stadt Darmstadt für Zivilcourage und gegen Rassismus. Erinnerungsarbeit dürfe nicht von oben verordnet werden, sondern müsse von unten, aus der Bürgerschaft kommen. „Die Erfahrung der von oben verordneten ‚Erinnerungs‘-Politik in der DDR zeigt, wohin das führt, wenn Erinnerung nicht verinnerlicht und an der Basis verankert wird, sondern von oben oktroyiert wird.“

 

Zum 10jährigen FLS-Jubiläum plant der Verein einige Veranstaltungen im Frühjahr 2021: Die eigentlich im Januar geplanten Veranstaltungen wurden wegen der Corona-Lage und aus zeitlich-organisatorischen Gründen notgedrungen auf Februar/März 2021 verschoben.

 

So plane man nun am Dienstag, 23. Februar 2021 einen Zoom-Vortrag (statt eines Rundgangs, wie sonst in den Vorjahren üblich“): „145 Jahre Liberale Synagoge – Wenn Steine aus der Mauer schreien“. Man wolle den sehenswerten Doku-Film von Florian Steinwandter-Dierks per Zoom zeigen

 

und danach über einige vergessene deutsch-jüdischer Darmstädter Jüdinnen von Herta Mansbacher über Marie Trier bis Elsbeth Juda, geb. Goldstein informieren.  Beginn 20 Uhr, Teilnahme kostenlos, Spenden erbeten. Der 23. Februar sei ein besonderes Datum, nämlich der Tag der offiziellen Einweihung der Liberalen Synagoge Friedrichstr./Fuchsstr. am 23.02.1876. Traditionell beginne der FLS immer sein Erinnerungsarbeitsjahr an diesem Geburtstag des Jüdischen

 

Gotteshauses, das die Nazis 1938 zerstörten und dessen wenige Überreste erst im Oktober 2003 wiederauftauchten. Sodann plane der FLS einen Zoom-Vortragsabend „Vergessene Darmstädter Jüdinnen und Juden: Von Rabbi Bruno Italiener bis zum Kultur- und Technikphilosophen Professor Julius Goldstein“ am  Sonntag, 28. März 2021 um 20.00 Uhr, Teilnahme kostenlos, aber auch hier Voranmeldung erforderlich unter: martin.frenzel@liberale-synagoge-darmstadt.de.

 

 

Zudem sei zum 100. Geburtstag der Goldstein-Tochter Elsbeth Juda (1911-2014) ein Zoom-Vortrag „Die zwei Leben der Elsbeth Juda, geb. Goldstein: Zwischen Darmstadt und London“ am Sonntag, 2.Mai 2021, vorgesehen (20 Uhr, Teilnahme kostenlos, Spenden erbeten).

 

 

„Wir hoffen sehr, dass wir seitens des FLS vom Herbst 2021 an wieder wie gewohnt Präsenz-Veranstaltungen anbieten und die 9. Darmstädter Aktionswochen gegen Antisemitismus 2021 im November/Dezember 2021 wieder normal direkt vor Ort durchführen können“, so der FLS-Tenor. Ein besonderer Höhepunkt würden während der diesjährigen Darmstädter Aktionswochen u.a. zwei Anlässe sein: Zum einen plane man seitens des FLS, den Martin Frenzel persönlich zu treuen Händen von den englischen Nachlassverwaltern übergebenen Nachlass des Darmstädter Kultur- und Technikphilosophen Prof. Dr. Julius Goldstein (1873-1929) vorzustellen. Eine Übergabe an eine öffentliche Bibliothek und/oder ein Archiv sei sodann fürs Frühjahr 2022 vorgesehen.  Zum Zweiten sei für den November 2021 die Einweihung der Rabbi Bruno Italiener-Gedenktafel aus Anlass von dessen 65. Todestag (1881-1956) geplant und im Zeichen des 83. Jahrestags der Novemberpogrome von 1938.

 

 

Wir hoffen, dann auch von September 2021 an wieder – wie gewohnt – normale Rundgänge in der Liberalen Synagoge-Gedenkstätte, am Johannesplatz, im Bessunger Wolfskehlschen Park und vorm Eingang des Merck-Stadions am Böllenfalltor  anbieten zu können.

 

Besorgt zeigt sich der Förderverein Liberale Synagoge über stark wachsende, nicht selten antisemitisch konnotierte Tendenzen in Teilen der sog. Querdenken-Coronaleugner-Bewegung: „Gerade die Suche nach Sündenböcken und die Produktion antisemitischer Feindbilder in einer Pandemie hat es in der Geschichte immer wieder gegeben“, so Frenzel weiter. Aktives Engagement gegen Judenhass, Rechtsextremismus und Rassismus bleibe auch weiter ganz oben auf der Agenda des FLS. „Gerade jetzt, in einer Zeit, in der die Zeitzeug:Innen immer weniger werden, tun neue Formen der Erinnerungsarbeit not“, so der Tenor. Wir haben nicht nur eine Corona-Seuche, sondern auch eine Seuche des Antisemitismus in diesem Land, es gibt hierzulande eine doppelte Gefahr.“ Umso mehr sei aktives erinnerungskulturelles Engagement und Demokratiebildung von besonderem öffentlichem Interesse – auch und gerade in Pandemie-Zeiten.

 

 

Die beiden aktuell laufenden Benefizspendenkampagnen des FLS – Darmstadt braucht eine Rabbi Bruno Italiener-Gedenktafel November 2021“ und „Darmstadt braucht einen Julius Goldstein-Platz mit Gedenktafel November 2022“ werde man nun notgedrungen in der Lockdown-Phase digital via Internet (www.liberale-synagoge-darmstadt.de) und via Facebook-Gruppe des FLS weiter fortsetzen. Spenden hierfür können direkt aufs Konto des Vereins überwiesen werden (Infos dazu gern auf Anfrage!).    Weitere Veranstaltungen werden via Tagespresse und FLS-Homepage bekannt gegeben. Ein Wunsch zum 10. Geburtstag? „Wie alle Vereine freuen wir uns über jede und jeden, die/der sich bei uns ehrenamtlich aktiv einbringt, besonders Newcomer:Innen sind herzlich willkommen“, so Martin Frenzel abschließend.

 

Weitere Infos zum zehnjährigen Jubiläumsjahr und den Veranstaltungen/Rundgängen in 2021 unter: www.liberale-synagoge-darmstadt.de

 

Loading

Zukunft braucht Erinnerung

Förderverein Liberale Synagoge startet FLS-Kampagne: DARMSTADT braucht eine

Rabbi Bruno Italiener-Gedenktafel Frühjahr 2022!

Rabbi Dr. Bruno Italiener (1881-1956)

Rabbiner, Retter der Darmstädter Pessach-Haggadah, resoluter Kämpfer gegen den Antisemitismus.

Zukunft braucht Erinnerung:

Darmstadt braucht einen Julius-Goldstein-Platz mit Gedenktafel November 2022!

GEGEN DAS VERGESSEN: Kultur- und Technikphilosoph von Rang: Professor Dr. Julius Goldstein (1873-1929)

Der Karl Heß-Platz: eingeweiht seit dem 15. Januar  2017

10 Jahre Förderverein Liberale Synagoge

25.01.2011-25.01.2021

FLS-Rundgang: Jüdisches Darmstadt

Auf den Spuren der Liberale Synagoge und der Darmstädter Novemberpogrome 1938

Sonntag, 7. November 2021, Achtung neu: 15.30 Uhr, Teilnahme kostenlos, Spende erbeten, Voranmeldung notwendig: martin.frenzel@liberale-synagoge-darmstadt.de,  Treffpunkt: Lortzsche Menora vor der Treppe zur Empore der Gedenkstätte, Klinikumsgelände, Zugang Bleichstr Höhe Gagernstr. oder via Julius-Landsberger-Platz

Zukunft braucht Erinnerung!

(c) Loungefilm / Florian Steinwandter-Dirks

9. Darmstädter Aktionswochen gegen Antisemitismus 2021:

26.09. 2021 bis 05. 12. 2021

(c) Loungefilm / Florian Steinwandter-Dirks

FLS-Rundgang Spezial: Jüdisches Darmstadt

- Auf den Spuren Otto Wolfskehls, der Liberalen Synagoge und Heinrich Blumenthals

Termin: Sonntag, 24. Oktober 2021, 14.30 Uhr, Dauer 2,5 Std., Treffpunkt: am Eingang des Wolfskehlschen parks in Bessungen (an der Wolfskehl-Gedenktafel). Von dort mit Linie 3 zur Gedenkstätte Liberale Synagoge, danach zur Blumenthal-Gedenktafel am Johannesplatz. Teilnahme kostenlos, Spenden erbeten für die Rabbi Bruno Italiener-Gedenktafel Frühjahr 2022, Voranmeldung erforderlich: martin.frenzel@liberale-synagoge-darmstadt.de. Es gilt Maskenpflicht, die Corona-AHA-Regeln!

Zukunft braucht Erinnerung!

FLS-ONLINE-Vortrag: Der Muslim und die Jüdin. Die Geschichte einer Rettung in Berlin.

Termin:

Mittwoch, 20. Oktober 2021,  20.00 Uhr (Einchecken ab 19.30),  ONLINE-Vortrag live (ZOOM) Eintritt frei, Spenden erbeten;    Voranmeldung  notwendig, Link wird sodann verschickt

Voranmeldung erforderlich: martin.frenzel@liberale-synagoge-darmstadt.de

Zukunft braucht Erinnerung!

Bürgerehrung 2014: OB Partsch, Martin Frenzel / Foto: Gabriele Claus (FLS)
Bürgerehrung 2014: OB Partsch, Martin Frenzel / Foto: Gabriele Claus (FLS)

Bürgerehrung 2014 für den FLS-Gründer & Vorsitzenden Martin Frenzel: Für jahrelanges, herausragendes Wirken in Sachen ehrenamtlicher Erinnerungsarbeit wurde Martin Frenzel am 30. April 2014 in der Orangerie mit der Ehrenurkunde für verdiente Bürger der Wissenschaftsstadt Darmstadt ausgezeichnet. Mehr unter Pressespiegel/Wir über uns. 

Der Förderverein Liberale Synagoge hat  zudem am 20.Mai 2014 den 2. Preis GESICHT ZEIGEN  für Zivilcourage und gegen Rassimus 2014 erhalten. Die Verleihung fand im Justus-Liebig-Haus durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt statt. Der Preis wurde in Anerkennung des ehrenamtlich-erinnerungskulturellen Engagements für ein weltoffenes Darmstadt durch Oberbürgermeister Partsch vergeben.

OB Partsch überreicht den GESICHT ZEIGEN!-Preis an FLS-Vorsitzender Martin Frenzel Foto: Gabriele Claus
OB Partsch überreicht den GESICHT ZEIGEN!-Preis an FLS-Vorsitzender Martin Frenzel Foto: Gabriele Claus

Der FÖRDERVEREIN LIBERALE SYNAGOGE DARMSTADT e.V. hat "für sein besonderes

Engagement" in Sachen aktiver Erinnerungskultur den Ludwig-Metzger-
Anerkennungs-preis 2013 erhalten.

Wir sind auch auf FACEBOOK erreichbar!