"Die Auseinandersetzung mit unserer jüngsten Vergangenheit erfordert gewiss ein Wissen um Fakten, aber das genügt nicht, nötig ist auch der Versuch ihrer Deutung, ohne die keine Folgerung und keine Lehre gezogen werden können." Fritz Bauer

Jüdisches Darmstadt

Zeitachse zur Geschichte der Liberalen Synagoge Darmstadt

Von der Einweihung 1876 über die Eröffnung der städtischen Gedenkstätte 2009 bis zum Julius-Landsberger-Platz

"Gebt der Erinnerung Namen." Saul Friedländer

Erster Rabbiner der Liberalen Synagoge: Dr. Julius Landsberger / Litho: (c) Stadtarchiv
Erster Rabbiner der Liberalen Synagoge: Dr. Julius Landsberger / Litho: (c) Stadtarchiv

1770-1780

Blütezeit der deutsch-jüdischen Aufklärungsbewegung, der sog. Haskala. Namhaftester Vertreter: Der deutsch-jüdische Philosoph Moses Mendelssohn, Lessings Vorbild für „Nathan den Weisen“.

 

Aus der Haskala heraus entsteht das liberale Reform-Judentum („Drei-Tage-Judentum“) mit namhaften Protagonisten wie dem bedeutenden Reform-Rabbiner Abraham Geiger (1810-1874).

 

 

1863

Kommt es zur endgültigen Spaltung der jüdischen Gemeinde Darmstadt: Die „Israelitische Religionsgesellschaft“ vertritt von da an die orthodoxe (Minderheits-) Strömung mit einer eigenen Synagoge, die liberale (Mehrheits-)Gemeinde firmiert unter dem Namen „Israelitische Religionsgemeinde“. Generell lässt sich sagen: Das orthodoxe, streng gläubige Judentum findet sich eher auf dem Land, das liberale Judentum hat seine Hochburgen – so auch in Darmstadt – eher in der Stadt.

 

 

1859
Der weltoffene und als gemäßigt-liberal geltende Rabbiner Dr. Julius Landsberger, in der Zeit des Kaiserreichs ein deutschlandweit angesehener Orientalist und Publizist, wird im April 1859 zum Landesrabbiner der Jüdischen Gemeinde Starkenburg berufen.  

 
1875/76
Nach schwierigen Grundstücksverhandlungen mit der Stadt (vgl. Frenzel 2008) erfolgt der im wesentlichen eigenfinanzierte Bau des neuen Gotteshauses der liberalen Darmstädter Gemeinde in der Friedrichstraße. Motoren des aufwendigen Projekts sind der Stadtplaner und Gemeindevorsteher Heinrich Blumenthal, Rabbiner Dr. Julius Landsberger und der Politiker, Bauvereins-Mitbegründer, Mäzen und Förderer des Darmstädter Jugendstils Otto Wolfskehl. Architekt ist   Eduard Köhler, der Stadtbaumeister. Er überträgt indes die Arbeit an seinen Assistenten  Stephan Braden.

 

Am 23. Februar 1876 eingeweiht: Die Liberale Synagoge Darmstadt, Friedrich-/Fuchsstr. / Foto: Stadtarchiv (ca. um 1910)
Am 23. Februar 1876 eingeweiht: Die Liberale Synagoge Darmstadt, Friedrich-/Fuchsstr. / Foto: Stadtarchiv (ca. um 1910)
Otto Wolfskehl
Otto Wolfskehl

1875/76
Nach schwierigen Grundstücksverhandlungen mit der Stadt (vgl. Frenzel 2008) erfolgt der im wesentlichen eigenfinanzierte Bau des neuen Gotteshauses der liberalen Darmstädter Gemeinde in der Friedrichstraße. Motoren des aufwendigen Projekts sind der Stadtplaner und Gemeindevorsteher Heinrich Blumenthal, Rabbiner Dr. Julius Landsberger und der Politiker, Bauvereins-Mitbegründer, Mäzen und Förderer des Darmstädter Jugendstils Otto Wolfskehl. Architekt ist   Eduard Köhler, der Stadtbaumeister. Er überträgt indes die Arbeit an seinen Assistenten  Stephan Braden.


23.02.1876
Einweihung der Liberalen Synagoge Darmstadt – unter Mitwirkung von Viel Darmstädter und Großherzogs-Prominenz.

 

26.02.1876

Festball zur Einweihung der Liberalen Synagoge Friedrichstraße in der Gutt Stubb von Darmstadt, dem legendären Hotel Traube am Luisenplatz: Zur feierlichen Einweihung tanzt die ganze Stadt (vgl. Frenzel 2008).

1888

Ende der fast 30jährigen Rabbiner-Ära Julius Landsbergers in Darmstadt

 

1894-1904

Die in Darmstadt gedruckte antisemitische Zeitung „Hessische Reform“ fordert ultimativ „die Aufhebung der Juden-Emanzipation“

 

1898

23,5 % der Darmstädter Bürger stimmen bei der Reichstagswahl für einen antisemitischen Abgeordneten

 

1901
Heinrich Blumenthal, Gemeindevorsteher der Liberalen Jüdischen Gemeinde, Stadtplaner („Blumenthalviertel“, Louvre, heutiges Johannesviertel) und Maschinenbaufabrikant stirbt – und wird in zahlreichen Nachrufen mit den höchsten Ehren bedacht.

 

1904/05

Bau der gegenüberliegenden neuen orthodoxen Synagoge, in der Bleichstraße, der sog. Wickopschen Jugendstilsynagoge (Baumeister: Georg Wickop)

 

1906

Einweihung der Wickopschen Jugendstilsynagoge Bleichstr.

Einweihung des Hessischen Landesmuseums (Architekt: Alfred Messel)

 

1907

Der Bankier und Landtagsabgeordnete Otto Wolfskehl, Bauvereins-Mitbegründer, einer der Motoren des Bau-Projekts  Liberale Synagoge und Förderer des Darmstädter Jugendstils stirbt.   Das Darmstädter Tagblatt nennt ihn „einen der besten Bürger Darmstadts“ (vgl. Frenzel 20008). Heute erinnert noch der Wolfskehlsche Garten an Otto Wolfskehl.

Heinrich Blumenthal (Bildmitte) Foto: Aus Frenzel: Eine Zierde unserer Stadt (2008)
Heinrich Blumenthal (Bildmitte) Foto: Aus Frenzel: Eine Zierde unserer Stadt (2008)
Rabbiner Bruno Italiener: Kämpfer gegen den Antisemitismus
Rabbiner Bruno Italiener: Kämpfer gegen den Antisemitismus

Bruno Italiener wird erstmals zum Rabbiner der Liberalen Synagoge berufen; 1914-1918 ist der charismatische Redner und engagierte Kämpfer gegen Antisemitismus Feldrabbiner im Ersten Weltkrieg.
 

1913

leben in Darmstadt etwa 2.000 deutsche Juden.


1915

Einweihung der Synagoge im damals noch eigenständigen Eberstadt (1937 wurde der Ort von den Nazis als Darmstädter Stadtteil zwangseingemeindet). Der Sakralbau wurde in der Darmstädter Pogromnacht von 1938 restlos zerstört.

 

1918

nimmt Dr. Bruno Italiener seine Tätigkeit als oberster Rabbiner der Liberalen Gemeinde wieder auf (bis Ende 1927)

 

1922

Auf dem Jüdischen Friedhof wird der Gedenkstein zu Ehren der 34 Darmstädter jüdischen Glaubens aufgestellt, die im 1. Weltkrieg fielen.

 

1925

Die Orthodoxe (Minderheits-)Gemeinde zählt rund 110 Familien in Darmstadt.

 

1929

NSDAP zieht mit 5 Abgeordneten in die Darmstädter Stadtverordnetenversammlung ein.

 

1931

Bei der Landtagswahl landet die NSDAP in Darmstadt bei 45 % der Wählerstimmen.

 

1933

50% der Darmstädterinnen und Darmstädter geben am 6. März bei der Reichstagswahl ihre Stimme der NSDAP.

 

1933

Machtergreifung der NSDAP in Hessen und insbesondere in der braunen Hochburg Darmstadt; Werner Best (1903-1989; „Boxheimer Dokumente“) wird erster NS-Polizeichef von Hessen, richtet das KZ Osthofen ein und baut den staats-terroristischen Apparat auf, wird später Stellvertreter Heydrichs beim SD und eine der Schlüsselfiguren beim Holocaust in Polen und Frankreich.

Jetzt leben 3.000 Juden in Darmstadt  

 

1938

Durch die systematische Judenverfolgung und -entrechtung sowie Beraubung von Staats wegen und die Heimatvertreibung deutscher Juden durch die Nazis sinkt    die Zahl der in Darmstadt lebenden Juden auf etwa 700 Menschen (August 1938).

In der Reichspogromnacht („Reichskristallnacht“) am 10. November 1938 werden beide Darmstädter Synagogen von den Nazis (SA-Trupps und Bürgermob) geschändet, ausgeplündert, in Brand gesetzt und zerstört.  Im Fall der Liberalen Synagoge Friedrichstraße gibt es keine Fotos von dieser ersten Darmstädter Brandnacht, wohl aber von der brennenden, sich neben dem Verlagshaus des Darmstädter Tagblatts befindende  Orthodoxe Synagoge.

Alle 30 Thora-Rollen der Liberalen Synagoge fallen dem Staatsterror des Nazi-Gewaltregimes zum Opfer.

Die Nazis stellen nach ihren Verbrechen den Jüdischen Gemeinde die Kosten für die Beseitigung der Trümmer zynischer Weise in Rechnung.

Werner Best
Werner Best

 

WERNER BEST AUS DARMSTADT -

 

SS-Täter und-ideologe aus Darmstadt: Der 1903 in Darmstadt geborene Jurist Werner Best war Stellvertreter Heydrichs, der "dritte Mann" im SS-Staat hinter Himmler und Heydrich; Hessens erster Polizeichef nach der Machtergreifung der NSDAP in Hessen, Schöpfer des KZs Osthofens bei Worms, Verfasser des Putschplans der "Boxheimer Dokumente" (aufgedeckt von Wilhelm Leuschner und Carlo Mierendorff), während der Weimarer Republik Fraktionschef der NSDAP im Hessischen Landtag in Darmstadt (am Luisenplatz), Gestapo-Gründer, Drahtzieher der Morde an der SA-Führung 1934 (von den Nazis als "Röhm-Putsch" verklärt), Lenker der Einsatzgruppen in Polen und Frankreich, verantwortlich für die Massenmorde in Polen und die Deportationen in Frankreich; Verfasser zahlreicher Denkschriften zur Ideologie des SS-Staats; Besatzungschef in Dänemark; nach dem 2.Weltkrieg auf Druck der Adenauer-Regierung von Dänemark amnestiert (wo er wegen seiner Verbrechen in Dänemark zum Tode verurteilt werden sollte); nach 1945 Gründungsmitglied der FDP in NRW, setzt sich in der Nachkriegs-Bundesrepublik für die Generalamnestie gegenüber Nazi-Kriegsverbrechern ein, baut ein weit verzweigtes Netzwerk der SS-Veteranen in der Bundesrepublik und  tritt als Kronzeuge in zahlreichen Prozessen zugunsten  "alter  Kameraden" auf; ist einer der führenden Apologeten (Rechtfertiger) und Umdeuter der NS-Diktatur in einen "Rechtsstaat" nach 1945, stirbt 1989, ohne je für seine NS-Verbrechen strafrechtlich belangt und verurteilt worden zu sein.

Star-Architekt des Kaiserreichs (Berliner Pergamon-Museum etc.) und Erbauer des Hessischen Landesmuseum: Der Darmstädter jüdischen Glaubens Alfred Messel / Foto: Stadtarchiv
Star-Architekt des Kaiserreichs (Berliner Pergamon-Museum etc.) und Erbauer des Hessischen Landesmuseum: Der Darmstädter jüdischen Glaubens Alfred Messel / Foto: Stadtarchiv
Bruno Italiener - Feldrabbiner im 1.Weltkrieg
Bruno Italiener - Feldrabbiner im 1.Weltkrieg
Die Liberale Synagoge nach dem Novemberpogrom von 1938 / Bild: Jüd. Museum DA
Die Liberale Synagoge nach dem Novemberpogrom von 1938 / Bild: Jüd. Museum DA
Deportationsort Darmstadt: Die Scherben des Denkzeichens Güterbahnhof - Filmszene aus dem Liberale Synagoge-Film (c) Loungefilm
Deportationsort Darmstadt: Die Scherben des Denkzeichens Güterbahnhof - Filmszene aus dem Liberale Synagoge-Film (c) Loungefilm
BENNO JOSEPH: Deutsch-jüdischer Rechtsanwalt aus Darmstadt: Galt als Schutzengel der Jüdischen Gemeinde Darmstadt bis zuletzt - wurde mit seiner Frau ins KZ Theresienstadt deportiert und ermordet (c) Stadtarchiv
BENNO JOSEPH: Deutsch-jüdischer Rechtsanwalt aus Darmstadt: Galt als Schutzengel der Jüdischen Gemeinde Darmstadt bis zuletzt - wurde mit seiner Frau ins KZ Theresienstadt deportiert und ermordet (c) Stadtarchiv
Rechtsanwalt Hugo Bender: War hoch angesehener Stadtverordneter und Fraktionsvorsitzender der Darmstädter DVP - musste ins englische Exil fliehen, starb dort verbittert und ist heute vergessen. Foto: FLS-Archiv
Rechtsanwalt Hugo Bender: War hoch angesehener Stadtverordneter und Fraktionsvorsitzender der Darmstädter DVP - musste ins englische Exil fliehen, starb dort verbittert und ist heute vergessen. Foto: FLS-Archiv

1942-1943

Beginn der Deportationen: Darmstadt spielt als Hauptstadt des „Volksstats Hessen“ eine Schlüsselrolle bei den Deportationen in die Vernichtungslager des Ostens. Über 3.000 Menschen –jüdische Frauen, Männer und Kinder sowie Sinti-Familien – werden in die KZs

Verschleppt, vorher in der Justus-Liebig-Schule, zusammengepfercht,  beraubt und als bloße Nummer erfasst. In diese menschenverachtenden Aktionen des

NS-Regimes sind zahlreiche Behörden eingebunden, die Gestapo, das Finanzamt, die Stadtverwaltung und nicht zuletzt die Reichsbahn.

Das Denkzeichen Güterbahnhof Bismarckstr./Ecke Kirschenallee erinnert heute mit einem eindrucksvollen Glaskubus an die Darmstädter Opfer des Holocausts, des europäischen Völkermords an den Juden.

 

1945-2003

Fast 60 Jahre lang gerät die Liberale Synagoge Darmstadt weitgehend in Vergessenheit.

 

1947-1948

Die Jüdische Fachberufsschule „Masada“ am Steubenplatz existiert 10 Monate und bildet DP’s (Displaced Persons, Holocaust-Überlebende) für Palästina aus.

 

1967

Errichtung der Menora von Helmut Lortz in Erinnerung an die „Große Synagoge“, wie man die Liberale Synagoge damals nannte; freilich steht die Menora (heute vorm Treppenaufgang zur Gedenkstätte) drei Jahrzehnte lang nahe an der Bleichstraße – also nicht dort, wo sich das Gotteshaus tatsächlich befand.

Das Lortz-Menetekel ist lange Zeit der einzige Hinweis auf die Liberale Synagoge Darmstadt.

1967 lebten 70 Juden in Darmstadt, 30 im Landkreis.

 

Menora von Helmut Lortz vor der Gedenkstätte / Foto: Ellen Eckhardt (FLS)
Menora von Helmut Lortz vor der Gedenkstätte / Foto: Ellen Eckhardt (FLS)

Initiator und Motor des Neuen Synagogenbaus von 1988: Der Darmstädter Journalist und SPD-Stadtverordnete (lange Zeit Einzelkämpfer) Rüdiger Breuer / Foto: Aus Frenzel, Martin: Zierde unserer Stadt, Darmstadt 2008

Neue Synagoge Darmstadt von 1988: Erbaut durch den Frankrfurter Architekten Prof. Alfred Jacoby, auf Initiative Rüdiger Breuers / Foto: Ellen Eckhardt (FLS)
Neue Synagoge Darmstadt von 1988: Erbaut durch den Frankrfurter Architekten Prof. Alfred Jacoby, auf Initiative Rüdiger Breuers / Foto: Ellen Eckhardt (FLS)

1988
Einweihung der Neuen Synagoge in der Wilhelm-Glässing-Straße, in der sich während der Nazi-Zeit auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Sitz der Gestapo befand; Architekt ist der renommierte Vertreter seiner Zunft, Alfred Jacoby, die eindrucksvollen Glasfenster kreiert der britischen Glaskünstler Brian Clarke. Die neue Synagoge findet weltweit in den Medien ein Echo, war einer der ersten modernen Nachkriegs-Synagogen.

Der SPD-Stadtverordnete Rüdiger Breuer hat dieses Projekt durch sein starkes Engagement ermöglicht.

1988 zählt die Neue Jüdische Gemeinde in Darmstadt 116 Mitglieder

 

 

Im Okt. 2003 wiederentdeckt: Die Fragmente der von den Nazis zerstörte Liberale Synagoge / Foto: Stadt Darmstadt Nikolaus Heiss
Im Okt. 2003 wiederentdeckt: Die Fragmente der von den Nazis zerstörte Liberale Synagoge / Foto: Stadt Darmstadt Nikolaus Heiss

2003

Anfang Oktober taucht ein Teil der Fragmente des Jüdischen Gotteshauses wieder auf, im Zuge von Bauarbeiten auf dem Klinikumsgelände.

OB Peter Benz verhängt einen sofortigen Baustopp und setzt gegen z.T. massive Widerstände die Schaffung einer städtischen Gedenkstätte im Innern des künftigen Krankenhauses für Innere Medizin durch

 

2003 - 2005

Er beruft noch im  gleichen Jahr einen Runden Tisch ein, mit Vertretern der Stadt (als OB-Beauftragter: Martin Frenzel, für den Denkmalschutz: Nikolaus Heiss), des Klinikums (der damalige Verwaltungsdirektor Rainer Greunke und die ltd. Ärzte), der Architekten mit Prof. Jörg Friedrich an der Spitze sowie der Jüdischen Gemeinde (Moritz Neumann, Johanna Fränkel), der das Konzept der künftigen Gedenkstätte erarbeitet.

 

2005-2009:

Auf Vorschlag und nach einer Idee Martin Frenzels engagiert sich Gabriella Deppert (1935-2016) für die von Martin Frenzel konzipierte Kampagne "Darmstadt braucht braucht einen Erinnerungsort Liberale Synagoge Darmstadt". Als Bannerträgerin der Kampagne organisiert sie Veranstaltungen, ein Klezmer-Benefizkonzert im Staatstheater  mit Unterstützung des damaligen Intendanten John Dew, um Druck auf die Darmstädter Kommunalpolitik auszuüben. Ziel: Dass die Gedenkstätte Liberale Synagoge nach sechsjähriger Hängepartie endlich eröffnet wird.

  

2007-2009

Die beiden Installationskünstler Ritula Fränkel und Nicolas Morris schaffen im Auftrag der Stadtund eng angelehnt an das detaillierte Gesamtkonzept des Runden Tisches ein multimediales „Depot der Erinnerungen“; die Mainzer Firma Media Machine realisierte gemeinsam mit dem renommierten Architekten zeitgenössischer Kulturbauten Prof. Jörg Friedrich einen Rundgang nach dem Vorbild des altrömischen Mainzer Isis-Tempels (die Idee stammt von Martin Frenzel, der diesen Vorschlag beim Runden Tisch machte, der daraufhin einhellig angenommen wurde). Media Machine zeichnete auch in Mainz für den Isistempel-Rundgang mit multimedialer Ausstattung verantwortlich.

 

2005-2006

In mühevoller Detailarbeit schafft der Darmstädter Designer Christian Häussler ein Modell der Liberalen Synagoge im Liliputformat. Es ist heute in der Jüdischen Gemeinde zu sehen. Häussler sagt, er wolle damit „einen Beitrag zur Rekonstruktion der Geschichte leisten“.

 

2008

Das Buch „Eine Zierde unserer Stadt“. Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Liberalen Synagoge Darmstadt von Martin Frenzel erscheint pünktlich zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht im November 2008. Das "Darmstädter Echo" schreibt: "Ein Standardwerk".

Die eigentlich geplante feierliche Einweihung der Gedenkstätte muss dagegen – ob technischer und baulicher Probleme bei den Gesamtklinikumsarbeiten – um ein Jahr verschoben werden; es findet statt dessen eine Art „Preview“ statt, die Stadt lädt etliche jüdische Darmstädter Heimatvertriebene ein, die sich sehr beeindruckt von den Funden zeigen.

 

2008

Im März besucht der SPD-Bundesvorsitzende Franz Müntefering die Gedenkstätte; Martin Frenzel zeigt ihm die Funde und berichtet über die Geschichte des Gotteshauses und des jüdischen Darmstadt.

 

Lib Syn-Fragmente im Innern der Gedenkstätte / Foto: Ellen Eckhardt (FLS)
Lib Syn-Fragmente im Innern der Gedenkstätte / Foto: Ellen Eckhardt (FLS)
Das Buch "Eine Zierde unserer Stadt. Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Liberalen Synagoge Darmstadt" erscheint 2008 und gilt heute als Standard / Justus-von-Liebig-Verlag Darmstadt
Das Buch "Eine Zierde unserer Stadt. Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Liberalen Synagoge Darmstadt" erscheint 2008 und gilt heute als Standard / Justus-von-Liebig-Verlag Darmstadt
2009 eingeweiht: Die städt. Gedenkstätte Erinnerungsort Liberale Synagoge Darmstadt, Klinikumsgelände. Foto: Ellen Eckhardt (FLS)
2009 eingeweiht: Die städt. Gedenkstätte Erinnerungsort Liberale Synagoge Darmstadt, Klinikumsgelände. Foto: Ellen Eckhardt (FLS)

9. November 2009

Zum 71. Jahrestag der Kristallnacht –  weiht OB Walter Hoffmann (SPD), sechs Jahre nach der Wiederentdeckung der Überreste – die städtische Gedenkstätte offiziell ein.

 

2010

Martin Frenzel gehört zu den maßgeblichen Mitorganisatoren und ist Programmplaner der Darmstädter Anne Frank-Tage im Herbst 2010. Die Veranstaltung gerät zum Publikumserfolg: Über 6.000 Besucherinnen, darunter 2.000 Schülerinnen. 

 

Im Dezember 2010 entwickelt Martin Frenzel aus seiner Idee, einen Förderverein Liberale Synagoge zu gründen, ein fertiges strategisches Konzept - und sucht in den Folgewochen Gleichgesinnte für das Projekt.

 

2011

Am 25. Januar 2011 gründet sich auf Initiative von Martin Frenzel der Förderverein Liberale Synagoge Darmstadt e. V. – Verein für eine aktive Erinnerungskultur auf der Mathildenhöhe. Martin Frenzel wird zum Gründungs- und Ersten Vorsitzenden des Fördervereins Liberale Synagoge Darmstadt gewählt.

 

27. Januar 2011
Zum ersten Mal besucht ein Hessischer Ministerpräsident (Volker Bouffier, CDU) offiziell den Erinnerungsort Liberale Synagoge Darmstadt.

 

23. Februar 2011

Die Liberale Synagoge feiert – 1876 eingeweiht, 1938 zerstört und 2003 in wenigen Teilen wiederaufgetaucht – ihr 135jähriges Bestehen.

 

Aktuell hat die (Neue) Jüdische Gemeinde Darmstadt – auch dank der starken Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion Anfang und Mitte der 1990er Jahre – wieder rund 700 Mitglieder.

 

Gedenkstätte Liberale Synagoge / Foto: Ellen Eckhardt (FLS)
Gedenkstätte Liberale Synagoge / Foto: Ellen Eckhardt (FLS)
Tatort eines NS-Verbrechens: Der Erinnerungsort Lib Syn / Foto: Ellen Eckhardt (FLS)
Tatort eines NS-Verbrechens: Der Erinnerungsort Lib Syn / Foto: Ellen Eckhardt (FLS)
Der nach einer Idee von Martin Frenzel und auf Initiative des Fördervereins Liberale Synagoge eingeweihte Julius-Landsberger-Platz.  Foto: Stadt Darmstadt
Der nach einer Idee von Martin Frenzel und auf Initiative des Fördervereins Liberale Synagoge eingeweihte Julius-Landsberger-Platz. Foto: Stadt Darmstadt

9. November 2011

Nach einer Idee von Martin Frenzel und auf Initiative des Fördervereins Liberale Synagoge Darmstadt weiht Oberbürgermeister Jochen Partsch (GRÜNE) den Julius-Landsberger-Platz ein - einen Steinwurf entfernt von der Gedenkstätte, zu Ehren des ersten Rabbiners der liberalen Reformgemeinde und weltoffenen Orientalisten. Die Platzeinweihung stößt auf reges Medieninteresse - sogar im "Hamburger Abendblatt" wird über diese ungewöhnliche Platzbenennung berichtet. Zahlreiche Medienvertreter sind präsent, darunter auch der Fernsehsender SAT-1.

 

 

Martin Frenzel während seiner Einweihungsrede zum neuen Julius-Landsberger-Platz, 9.11.2011 Foto: FLS
Martin Frenzel während seiner Einweihungsrede zum neuen Julius-Landsberger-Platz, 9.11.2011 Foto: FLS
Hanna Skop und Bernhard Posner zu Gast beim Förderverein Liberale Synagoge (c) Heinertown/Andreas Kelm
Hanna Skop und Bernhard Posner zu Gast beim Förderverein Liberale Synagoge (c) Heinertown/Andreas Kelm

21./22. März 2012

 

Der Förderverein Liberale Synagoge lädt die beiden Darmstädter Geschwister Hanna Skop und Dr. Bernhard Posner zwei Tage nach Darmstadt ein. Die Beiden wurden 1938 aus ihrer Heimat von den Nazis gewaltsam vertrieben, flohen erst nach Dänemark ins erzwungene Exil, sodann in einer dramatischen Nacht-und Nebel-Aktion im kleinen Fischerboot 1943 vor Werner Bests Häschern ins rettende Schweden. Skop/Posner leben heute in Kopenhagen und berichteten von ihrer dramatischen "Flucht in den Norden: Im Schatten von Werner Best". Der Darmstädter SS-Scherge Werner Best war, nach seiner Rolle als Stellv. Heydrichs im SD, Gestapo-Gründer, Lenker der Einsatzgruppen in Polen und Frankreich, SS-Ideologe von 1942-45 NS-Besatzungschef im von den Deutschen besetzten Dänemark. Der Darmstädter Filmemacher Christian Gropper produziert im Auftrag des Fördervereins Liberale Synagoge einen Film über das Leben der beiden Darmstädter Geschwister Skop/Posner.

Darmstädter Filmemacher Christian Gropper: Dreht für den FÖRDERVEREIN LIBERALE SYNAGOGE einen Film über die Lebensgeschichte Hanna Skops/Bernhard Posners Foto: Gropperfilm

Exklusiv Okt. 2012 beim Förderverein Liberale Synagoge öffentlich vorgestellt: Die Pläne fürs neue Karl-Wolfskehl-Studentenwohnheim, Stephanstr. Darmstadt - 161 Wohnungen für Darmstädter Studierende
Exklusiv Okt. 2012 beim Förderverein Liberale Synagoge öffentlich vorgestellt: Die Pläne fürs neue Karl-Wolfskehl-Studentenwohnheim, Stephanstr. Darmstadt - 161 Wohnungen für Darmstädter Studierende

24. Oktober bis 6. Dezember 2012
Der Förderverein Liberale Synagoge startet die "Darmstädter Wochen gegen Antisemitismus". Aufhänger: Der von der Bundesregierung vorgelegte Antisemitismus-Bericht von Anfang 2012, der mit erschreckenden Zahlen wartet. Demnach sind bis zu 30% der Deutschen bis tief in die Mitte der Gesellschaft hinein antisemitisch eingestellt.

 

24. Oktober 2012
Prof. Julius H. Schoeps, Direktor des renommierten Moses-Mendelssohn-Zentrums für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam und Urahn des Philosophs der Haskala, der deutsch-jüdischen Aufklärung, präsentiert auf der Veranstaltung des Fördervereins Liberale Synagoge die Pläne für ein KARL-WOLFSKEHL-STUDENTENWOHNHEIM für Darmstadt in der Stephanstr.5 im Verlagsviertel. Das Karl Wolfskehl-Haus soll im WS 2013/14 eröffnet werden und Darmstadts großen Dichter ehren.

 

Julius H.  Schoeps
Julius H. Schoeps

Stellte beim Förderverein Liberale Synagoge (FLS) erstmals und exklusiv die Pläne fürs neue Karl Wolfskehl-Studentenwohnheim in Darmstadt vor: Der renommierte Historiker und Direktor der Moses-Mendelsohn-Stiftung, Prof. Dr. Prof. Julius H. Schoeps (Potsdam/Berlin)

Neuer Dokumentarfilm Liberale Synagoge: Wenn Steine aus der Mauer schreien - Filmszene / Foto: Loungefilm
Neuer Dokumentarfilm Liberale Synagoge: Wenn Steine aus der Mauer schreien - Filmszene / Foto: Loungefilm

 

 

 

4. November 2012
Der Förderverein Liberale Synagoge startet seine Benefizkampagne "Darmstadt braucht eine Julius-Landsberger-Gedenktafel 2013!" mit dem Benefizkonzert Irith Gabriely/Colalaila Classic im Haus der Geschichte in Darmstadt (Karolinensaal). Ziel: 6.500 Euro sammeln, um am 9. November 2013 die FLS-Idee einer Gedenktafel zu Ehren des ersten, heute vergessenen Rabbiners Dr. Julius Landsberger einzuweihen.

 

21. März 2013

Der Förderverein Liberale Synagoge präsentiert die Preview des neuen Film "WENN STEINE AUS DER MAUER SCHREIEN: Die Liberale Synagoge - Zukunft braucht Erinnerung" im Programmkino REX (Grafenstr.) , den der Darmstädter Filmemacher Florian Steinwandter-Dierks in enger Zusammenarbeit mit dem Förderverein Liberale Synagoge und in monatelanger Produktion gedreht hat. Martin Frenzel fungierte als "Sherpa", Historischer Fachberater, Text- und Recherche-Redakteur, beschaffte Zeitzeugen und Gesprächspartner.

 

Das Liberale Synagoge-Modell Christian Häusslers - Szene aus dem Liberale Synagoge-Film (c) Loungefilm
Das Liberale Synagoge-Modell Christian Häusslers - Szene aus dem Liberale Synagoge-Film (c) Loungefilm
Das Julius-Landsberger-Grab auf dem Jüdischen Friedhof DA-Bessungen - Szene aus dem  Liberale Synagoge-Film (c) Loungefilm
Das Julius-Landsberger-Grab auf dem Jüdischen Friedhof DA-Bessungen - Szene aus dem Liberale Synagoge-Film (c) Loungefilm
Szene aus dem Liberale Synagoge-Film: Der Gedenkstätten-Rundgang (c) Loungefilm
Szene aus dem Liberale Synagoge-Film: Der Gedenkstätten-Rundgang (c) Loungefilm
Zeitzeuge Klaus Lingeldein im Liberale Synagoge-Film (c) Loungefilm
Zeitzeuge Klaus Lingeldein im Liberale Synagoge-Film (c) Loungefilm
FLS-Benefizkonzert im Bessunger Jagdhofkeller: Mit Iris Stromberger & Irith Gabriely Foto: FLS
FLS-Benefizkonzert im Bessunger Jagdhofkeller: Mit Iris Stromberger & Irith Gabriely Foto: FLS

24. März 2013:

 

Volles Haus im Bessunger Jagdhofkeller: Der Förderverein Liberale Synagoge veranstaltete die BENEFIZ-LESUNG "DARMSTADT EINE JULIUS-LANDSBERGER-GEDENKTAFEL NOVEMBER 2013", um seine Idee einer Landsberger-Hommage auf dem Julius-Landsberger-Platz weiter zu fördern.

 

Im Blickpunkt der Lesung gegen Antisemitismus und Fremdenhass: Schauspielerin Iris Stromberger, musikalisch begleitet von der Queen of Klezmer Irith Gabriely und dem Pianisten Peter Przystaniak.

 

Begeisternden Applaus gab es für die gelungene musikalische Lesung unseres FLS-Mitglieds Iris Stromberger, musikalisch begleitet von Irith Gabriely & Peter Przystaniak im Bessunger Jagdhofkeller, März 2013 Foto: FLS
Begeisternden Applaus gab es für die gelungene musikalische Lesung unseres FLS-Mitglieds Iris Stromberger, musikalisch begleitet von Irith Gabriely & Peter Przystaniak im Bessunger Jagdhofkeller, März 2013 Foto: FLS
Der Förderverein Liberale Synagoge erhält den Ludwig-Metzger-Anerkennungspreis 2013
Der Förderverein Liberale Synagoge erhält den Ludwig-Metzger-Anerkennungspreis 2013

17. April 2013

 

Der Förderverein Liberale Synagoge Darmstadt erhält für sein "besonderes Engagement" in Sachen Erinnerungskultur den LUDWIG-METZGER-ANERKENNUNGSPREIS 2013, verliehen durch die Sparkasse Darmstadt.

Die Fantastischen Vier: v.l.n.r. Sandra Klein, Martin Frenzel, Lilo Kiel, Martin Remmele. Foto: Förderverein Liberale Synagoge
Die Fantastischen Vier: v.l.n.r. Sandra Klein, Martin Frenzel, Lilo Kiel, Martin Remmele. Foto: Förderverein Liberale Synagoge
Elsbeth Juda, Martin Frenzel in der Kunsthalle Darmstadt / Foto: FLS
Elsbeth Juda, Martin Frenzel in der Kunsthalle Darmstadt / Foto: FLS

21. April 2013

 

Die KUNSTHALLE DARMSTADT zeigt (auf Vorschlag des FLS) erstmals die fotografischen Werke von Elsbeth Juda - geboren im Mai  1911 als Tochter Julius Goldsteins in Darmstadt, aufgewachsen im Woogsviertel, 1933 aus Deutschland vertrieben, nach 1945 renommierte englische Meisterfotografin. Zur Vernissage kam Sonntag, 21.April 2013,  Elsbeth Juda eigens aus London angereist. Der Förderverein Liberale Synagoge fungierte als Initiator und  Co-Veranstalter, unterstützte zudem die Präsentation der Werke ideell und finanziell. Damit wurden Elsbeth Judas Werke erstmals nach deren Vertreibung aus Deutschland vor 80 Jahren (1933) in ihrer Heimatstadt Darmstadt gezeigt.

(Die Ausstellung der KUNSTHALLE DARMSTADT war vom 23.04.13 bis Anfang September 2013 dort zu sehen und trägt den Titel: "BAUHAUS UND NEUES SEHEN: Die Fotografinnen Lucia Moholy,  Gertrud Arndt, Elsbeth Juda" - und stieß auf positive Publikums- und Medienresonanz. Presse aus ganz Deutschland berichtete über die Schau.

 

 

Elsbeth Juda am Grab ihres Vaters Prof. Julius Goldstein auf dem Jüdischen Friedhof Darmstadt-Bessungen, zu Gast beim Förderverein Liberale Synagoge, 16.11.2012 Foto: Martin Frenzel (FLS)
Elsbeth Juda am Grab ihres Vaters Prof. Julius Goldstein auf dem Jüdischen Friedhof Darmstadt-Bessungen, zu Gast beim Förderverein Liberale Synagoge, 16.11.2012 Foto: Martin Frenzel (FLS)
Elsbeth Juda
Elsbeth Juda
Elsbeth Juda am Grab ihres Vater Julius Goldstein, im Beisein ihrer Assistentin Frances / Foto: Martin Frenzel
Elsbeth Juda am Grab ihres Vater Julius Goldstein, im Beisein ihrer Assistentin Frances / Foto: Martin Frenzel
Elsbeth Juda in der Gedenkstätte Liberale Synagoge: Am Touchscreen mit dem Bild ihres Vaters Julius Goldstein, 16.11.2012 / Foto: FLS
Elsbeth Juda in der Gedenkstätte Liberale Synagoge: Am Touchscreen mit dem Bild ihres Vaters Julius Goldstein, 16.11.2012 / Foto: FLS
In "ihrer" Kunsthalle: Star-Fotografin Elsbeth Juda im Gespräch mit dem damaligen Kunsthallen-Direktor Dr.Peter Joch (zus. mit Julia Reichelt und Martin Frenzel). Foto: FLS
In "ihrer" Kunsthalle: Star-Fotografin Elsbeth Juda im Gespräch mit dem damaligen Kunsthallen-Direktor Dr.Peter Joch (zus. mit Julia Reichelt und Martin Frenzel). Foto: FLS
Elsbeth Juda inspiziert den Ausstellungsort Kunsthalle Darmstadt - und ist sehr zufrieden / Foto: FLS
Elsbeth Juda inspiziert den Ausstellungsort Kunsthalle Darmstadt - und ist sehr zufrieden / Foto: FLS
Elsbeth Juda bei der Vernissage der Kunsthalle-Ausstellung "Bauhaus und Neues Sehen", 21.April 2013 / Foto: Martin Frenzel
Elsbeth Juda bei der Vernissage der Kunsthalle-Ausstellung "Bauhaus und Neues Sehen", 21.April 2013 / Foto: Martin Frenzel
Vater Elsbeth Judas: Der renommierte TH-Philosoph, Kulturwissenschaftler und Journalist Prof. Julius Goldstein (1873-1929) Foto: Stadtarchiv
Vater Elsbeth Judas: Der renommierte TH-Philosoph, Kulturwissenschaftler und Journalist Prof. Julius Goldstein (1873-1929) Foto: Stadtarchiv
Zog mit anderen Akteuren von 2003 Bilanz zum 10. Jahrestag der Wiederentdeckung der Liberale Synagoge-Überreste: Der ehem. Oberbürgermeister Peter Benz
Zog mit anderen Akteuren von 2003 Bilanz zum 10. Jahrestag der Wiederentdeckung der Liberale Synagoge-Überreste: Der ehem. Oberbürgermeister Peter Benz

8. Oktober 2013: 10 Jahre Liberale Synagoge-Fund
Zum 10. Jahrestag der scheinbar wundersamen Wiederkehr eines jüdischen Gotteshauses veranstaltete der Förderverein Liberale Synagoge (FLS) eine Podiumsdiskussion "Die Liberale Synagoge: Der Fund und die Folgen" mit den Akteuren von damals. Im Darmstädter Justus-Liebig-Haus zogen Bilanz: U.a. der ehemalige Oberbürgermeister Peter Benz, die ehem. Staatsministerin Ruth Wagner, der Ev. Pfarrer Rüdiger Grundmann, der Hamburger Star-Architekt Prof. Jörg Friedrich, Klinik-Verwaltungsdirektor Rainer Greunke,  Ludwig Achenbach (stellv. Stadtverordnetenvorsteher und Mitglied des FLS-Vorstands), Dieter Wenzel (ehem. Stadtbaurat der Stadt Darmstadt und FLS-Vorstandsmitglied) sowie Daniel Neumann von der Jüdischen Gemeinde Darmstadt. Dazu lief der sehenswerte Dokumentarfilm "Wenn Steine aus der Mauer schreien - Die Liberale Synagoge: Zukunft braucht Erinnerung" von Florian Steinwandter-Dierks, den der FLS maßgeblich unterstützt hat.

(c) Echo-Foto
(c) Echo-Foto
Auf Initiative des FÖRDERVEREINS LIBERALE SYNAGOGE gestiftet: Die beiden Julius-Landsberger-Gedenktafeln auf dem Julius-Landsberger-Platz in Darmstadt (v.r.n.l.: Martin Frenzel, Moritz Neumann, OB Partsch, Bildhauer Roese, Irith Gabriely) Foto: FLS
Auf Initiative des FÖRDERVEREINS LIBERALE SYNAGOGE gestiftet: Die beiden Julius-Landsberger-Gedenktafeln auf dem Julius-Landsberger-Platz in Darmstadt (v.r.n.l.: Martin Frenzel, Moritz Neumann, OB Partsch, Bildhauer Roese, Irith Gabriely) Foto: FLS

8. November 2013
Am Vortag des 75. Jahrestags der Darmstädter Novemberpogrome von 1938 erfolgte die Enthüllung der beiden vom Förderverein Liberale Synagoge gestifteten und finanzierten JRabbi-Julius-Landsberger-Gedenktafeln am Julius-Landsberger-Platz, Klinikumsgelände, unweit der Gedenkstätte. Zum enthüllte OB Jochen Partsch einen das im Auftrag des Fördervereins Liberale Synagoge geschaffene Relief des Darmstädter Bildhauers Gerhard Roese als Hommage an den vergessenen Darmstädter Großherzoglichen Rabbiner der Kaiserreichszeit, Dr. Julius Landsberger (1819-1890). Dafür sammelte der FLS in zwei Jahren mit seiner Benefizspendenkampagne Darmstadt braucht eine Julius-Landsberger-Gedenktafel 2013!“ über 6.000 Euro – Spenden aus der Bürgerschaft, von Stiftungen und Kulturförderinstitutionen. Zum anderen die ebenfalls durch den Förderverein Liberale Synagoge gestiftete grüne Aluminium-Glas-Gedenktafel „Zukunft braucht Erinnerung: Rabbi Dr. Julius Landsberger“. Zahlreiche ehemalige, aus der Heimat vertriebene Darmstädter Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens wohnten dem Ereignis bei. Irith Gabriely spielte auf Einladung des FLS dazu Musik. Neben Partsch hielten der Vorsitzende des Fördervereins Liberale Synagoge, Martin Frenzel, und Moritz Neumann, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Darmstadt die Ansprachen.

 

Die beiden  Julius-Landsberger-Gedenktafeln - Foto: FLS
Die beiden Julius-Landsberger-Gedenktafeln - Foto: FLS

09. / 10. November 2013

 

75. Jahrestag der Darmstädter Novemberpogrome: Der Förderverein Liberale Synagoge organisiert an beiden Tagen zwei Rundgänge in der Gedenkstätte. Titel: Jüdisches Darmstadt - Auf den Spuren eines NS-Verbrechens". Im Blickpunkt: Die Liberale Synagoge - von der Einweihung 1876 bis zum Darmstädter Novemberpogrom 1938. 

 

9. November 2013:

Gedenkveranstaltung in der Neuen Synagoge zum 75. Jahrestag der Darmstädter Novemberpogrome, als in Darmstadt die jüdischen Gotteshäuser brannten - die Liberale Synagoge, die Orthodoxe Wickopsche Jugendstilsynagoge und die Eberstädter Synagoge.

 

10. November 2013:

Gedenkveranstaltung zum 25jährigen Jubiläum der Neuen Synagoge Darmstadt in der Wilhelm-Glässing-Straße. Die Neue Synagoge verdankt ihre Entstehung der mutigen Initiative Rüdiger Breuers. Der SPD-Stadtverordnete trotzte manchen Wiiderständen. Eindrucksvolle Rede Michel Friedman  ("Nicht alles gut in 2013"). Auch der Erbauer der Neuen Synagoge, der Frankfurter  Architekt Prof. Alfred Jacoby, erinnerte an das Ereignis vor 25 Jahren.

 

 

Die Liberale Synagoge / Foto: (c)) Stadtarchiv
Die Liberale Synagoge / Foto: (c)) Stadtarchiv
Die Orthodoxe Wickopsche Jugendstilsynagoge von 1906 in der Bleichstr.: Von ihr blieb nach dem Novemberpogrom 1938 nichts übrig. Foto: Stadtarchiv
Die Orthodoxe Wickopsche Jugendstilsynagoge von 1906 in der Bleichstr.: Von ihr blieb nach dem Novemberpogrom 1938 nichts übrig. Foto: Stadtarchiv
Brennende Liberale Synagoge: Das einzige Bild der ersten Darmstädter Brandnacht 1938 (Aus: Frenzel: Eine Zierde unserer Stadt, 2008)
Brennende Liberale Synagoge: Das einzige Bild der ersten Darmstädter Brandnacht 1938 (Aus: Frenzel: Eine Zierde unserer Stadt, 2008)
Die brennende Orthodoxe Wickopsche Jugendstil-Synagoge Bleichstr. - direkt neben dem von der Feuerwehr geschützten TAGBLATT-Gebäude... Foto: Stadtarchiv
Die brennende Orthodoxe Wickopsche Jugendstil-Synagoge Bleichstr. - direkt neben dem von der Feuerwehr geschützten TAGBLATT-Gebäude... Foto: Stadtarchiv
FLS-Zeitzeugenpodium "Als Darmstadts Synagogen brannten" am 12.11.13 / Foto: Markus Landzettel
FLS-Zeitzeugenpodium "Als Darmstadts Synagogen brannten" am 12.11.13 / Foto: Markus Landzettel


12. November 2013

Der Förderverein Liberale Synagoge veranstaltet zum 75. Jahrestag der Darmstädter Novemberpogrome von 1938 ein Zeitzeugenpodium im Justus-Liebig Haus "Als Darmstadts Synagogen brannten". Mit dabei: U.a. Fritz Deppert, Irmgard Friedrich, Wilhelm Wannemacher, Daniel Neumann. Der Historiker Prof. Christof Dipper hielt ein Impulsreferat über 1938.

Irmgard Friedrich, Fritz Deppert, Martin Frenzel: Beim Zeitzeugengespräch zu "1938" am 12.11.2013. Foto: Markus Landzettel
Irmgard Friedrich, Fritz Deppert, Martin Frenzel: Beim Zeitzeugengespräch zu "1938" am 12.11.2013. Foto: Markus Landzettel
Eberstädter Synagoge / Foto: Stadtarchiv
Eberstädter Synagoge / Foto: Stadtarchiv
Dr. Hans Joachim Landzettel, Irmgard Friedrich beim Zeitzeugenpodium des FÖRDERVEREINS LIBERALE SYNAGOGE / Foto: Markus Landzettel
Dr. Hans Joachim Landzettel, Irmgard Friedrich beim Zeitzeugenpodium des FÖRDERVEREINS LIBERALE SYNAGOGE / Foto: Markus Landzettel
Wilhelm Wannemacher beim TZeitzeugengespräch des FÖRDERVEREINS LIBERALE SYNAGOGE /Foto: Markus Landzettel (FLS)
Wilhelm Wannemacher beim TZeitzeugengespräch des FÖRDERVEREINS LIBERALE SYNAGOGE /Foto: Markus Landzettel (FLS)
Irmgard Friedrich / Foto: Markus Landzettel (FLS)
Irmgard Friedrich / Foto: Markus Landzettel (FLS)
Sprach auf Einladung des FÖRDERVEREINS LIBERALE SYNAGOGE am 12.11. über die Darmstädter Novemberpogrome 1938: Der renommierte Historiker und Kenner der NS-Zeit Prof. Dr. Christof Dipper. Foto: Markus Landzettel
Sprach auf Einladung des FÖRDERVEREINS LIBERALE SYNAGOGE am 12.11. über die Darmstädter Novemberpogrome 1938: Der renommierte Historiker und Kenner der NS-Zeit Prof. Dr. Christof Dipper. Foto: Markus Landzettel
Otto Wolfskehl (1841-1907) Foto: (c) Stadtarchiv
Otto Wolfskehl (1841-1907) Foto: (c) Stadtarchiv

 

 

20. Februar 2014:

 

Der Förderverein Liberale Synagoge startet seine neue Benefizspendenkampagne „Darmstadt braucht eine Otto Wolfskehl-Gedenktafel 2014!“.

Otto Wolfskehl (1841-1907) zu Ehren soll künftig eine Gedenktafel im Bessunger Wolfskehlschen Garten an diesen bedeutenden deutsch-jüdischen Darmstädter und seine Familie erinnern.

Gemälde Otto Wolfskehls: Die frühere Otto Wolfskehl-Straße am Hauptbahnhof heißt heute Goebelstr. / Bild: (c) Stadtarchiv
Gemälde Otto Wolfskehls: Die frühere Otto Wolfskehl-Straße am Hauptbahnhof heißt heute Goebelstr. / Bild: (c) Stadtarchiv
Bürgerehrung für FLS-Gründer und -Vorsitzenden Martin Frenzel, 30.04.2014 Orangerie (li: OB Partsch) / Foto: Gabriele Claus
Bürgerehrung für FLS-Gründer und -Vorsitzenden Martin Frenzel, 30.04.2014 Orangerie (li: OB Partsch) / Foto: Gabriele Claus

30. April 2014:

 

Für jahrelanges, über zehnjähriges ehrenamtliches Engagement in Sachen aktiver Erinnerungsarbeit - Darmstädter Anne-Frank-Tage 2010-Mitorganisator und -mitinitiator, Buchautor "Zierde unserer Stadt: Die Liberale Synagoge", Veranstalter zahlreicher Rundgänge in der Gedenkstätte Lib Syn seit 2008, Mitglied im Runden Tisch Erinnerungsort Lib Syn - mit der BÜRGEREHRUNG der Wissenschaftsstadt Darmstadt in der Bessunger Orangerie geehrt: Der FLS-Gründer und Vorsitzende Martin Frenzel.  

Die Fantastischen Fünf vom FLS nach der Preisverleihung GESICHT ZEIGEN: Gabriele Claus, Barbara Ludwig, Martin Frenzel, Hannelore Mayerhofer de Montoto, Inge Landzettel. Foto: Markus Landzettel
Die Fantastischen Fünf vom FLS nach der Preisverleihung GESICHT ZEIGEN: Gabriele Claus, Barbara Ludwig, Martin Frenzel, Hannelore Mayerhofer de Montoto, Inge Landzettel. Foto: Markus Landzettel

20. Mai 2014

 

Für sein jahrelanges ehrenamtliches Engagement in Sachen aktiver Erinnerungskultur erhielt der FÖRDERVEREIN LIBERALE SYNAGOGE DARMSTADT e.V. am 20. Mai 2014 im Justus-Liebig-Haus, u.a. Sitz der Volkshochschule Darmstadt und Ort der Stadtverordnetenversammlung, den 2. GESICHT ZEIGEN!-Preis für Zivilcourage 2014 - überreicht durch Oberbürgermeister Partsch.

Elsbeth Juda (1911-2014) - Foto: Martin Frenzel (FLS)
Elsbeth Juda (1911-2014) - Foto: Martin Frenzel (FLS)

Juli 2014

Elsbeth Juda, Tochter des Darmstädter Philosophen Prof. Julius Goldstein und Meisterfotografin im englischen Exil ("Jay") stirbt am 5. Juli 2014 im Alter von 103 Jahren in London. Sie war insbesondere durch ihre Churchill-Porträtfotos weltberühmt geworden, gab gemeinsam mit ihrem Mann Hans Juda (1904-1975) die Zeitschrift "The Ambassador" heraus. Auf Initiative und nach einer Idee des Fördervereins Liberale Synagoge fand - genau 80 Jahren nach ihrer gewaltsamen Heimatvertreibung aus Deutschland durch die Nazis - im April 2013 erstmals in ihrer Geburtsstadt Darmstadt eine Präsentation ihrer international renommierten Foto-Kunstwerke statt. Ort der Schau: Die Kunsthalle Darmstadt - im Rahmen der Gesamtausstellung "Bauhaus und Neues Sehen". Der Förderverein Liberale Synagoge fordert posthum je eine Elsbeth Juda- und Julius Goldstein-Straße für Darmstadt. Zudem solle die TUD ein neues Julius Goldstein-Gästehaus einweihen, um den bedeutenden, von der damaligen TH-Hochschulleitung antisemitisch gemobbten Goldstein zu rehabilitieren und verübtes Unrecht wiedergutzumachen.


November 2014

Zukunft braucht Erinnerung und Zivilcourage: Zu Ehren Otto Wolfskehls (1841- 1907) und seine Familie weihte der FÖRDERVEREIN LIBERALE SYNAGOGE DARMSTADT am 7. November 2014 im Bessunger Wolfskehlschen Garten die OTTO WOLFSKEHL-Gedenktafel ein. Dafür sammelte der Förderverein Liberale Synagoge (FLS) 2.500 Euro. Es sprachen Darmstadts Oberbürgermeister Partsch und der Gründer und Vorsitzende des FLS, Martin Frenzel. Irith Gabriely umrahmte die offizielle Einweihung musikalisch. Damit erinnert nun nach über 60 Jahren - der Wolfskehlsche Garten ist seit 1954 in städtischem Besitz - eine Info-Tafel an die großen Verdienste dieser deutsch-jüdischen Familie für Darmstadt. So war Otto Wolfskehl u.a. Mitbegründer des BAUVEREINS, der Südhessischen Gas- und Wasser-AG und der Landeshypothekenbank (heute EKHN-Zentrale Paulusviertel), Förderer der Mathildenhöhe, Retter der Technischen Hochschule - seine Söhne Karl Wolfskehl und Eduard Wolfskehl setzten ebenfalls weithin Maßstäbe: Karl als berühmter Dichter, Schriftsteller und Übersetzer, Eduard als Erbauer der technischen Anlagen des Darmstädter Hauptbahnhofs. Die neue Wolfskehl-Gedenktafel des FÖRDERVEREINS LIBERALE SYNAGOGE erinnert aber nicht zuletzt an die 1944 zerstörte imposante Wolfskehlsche Villa in der Karlstr.84, die im Kaiserreich und zu Zeiten des Großherzogs von Hessen-Darmstadt ein Zentrum des kulturellen Lebens bildete. Die Nazis tilgte die frühere Otto Wolfskehl-Straße (heute Goebelstr. am Hauptbahnhof) aus dem Stadtbild, nach 1945 wurde dies nicht wieder rückgängig gemacht. Heute gibt es nur noch eine kleine Seitenstr. Ecke Dieburgerstr. am Fuße der Rosenhöhe mit dem allgemeinen Namen "Wolfskehlstraße".

Otto Wolfskehl (1841 - 1907) / Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Enthüllung der Otto Wolfskehl-Gedenktafel des Fördervereins Liberale Synagoge Darmstadt e.V. im Bessunger Wolfskehlschen Garten am 7. November 2014: Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (li) und Martin Frenzel, Gründer und Vorsitzender des Fördervereins Liberale Synagoge Darmstadt e.V.

ZUKUNFT BRAUCHT ERINNERUNG: Einweihung der Otto Wolfskehl-Gedenktafel des FÖRDERVEREINS LIBERALE SYNAGOGE DARMSTADT e.V. am 7. November 2015 im Bessunger Wolfskehlschen Garten


Martin Frenzel, Gründer und Vorsitzender des Fördervereins Liberale Synagoge, bei seiner Rede zur Einweihung der Otto Wolfskehl-Gedenktafel am 7. November 2015. 

Die vom Förderverein Liberale Synagoge initiierte und finanzierte OTTO WOLFSKEHL-Gedenktafel im Bessunger Wolfskehlschen Garten in Darmstadt 

Die Wolfskehlsche Villa - einst Zentrum des Wolfskehlschen Parks.

2015

Zukunft braucht Erinnerung: Der Förderverein Liberale Synagoge Darmstadt e.V. startet im Januar 2015 die heiße Phase seiner neuen, dritten Benefizspendenkampagne "Darmstadt braucht eine Heinrich Blumenthal-Gedenktafel im Johannesviertel November 2015". Mit dieser neuen Gedenktafel soll der bedeutende Stadtplaner, Stadtpolitiker und Maschinenbaufabrikant Heinrich Blumenthal (1824 - 1901), Gründer des Blumenthal- und heutigen Johannesviertels, Gemeindevorsteher der Liberalen Jüdischen Gemeinde Darmstadts und - neben Rabbi Landsberger und Otto Wolfskehl - die dritte Schlüsselfigur beim Bau der Liberalen Synagoge Friedrichstr. 1876 geehrt werden.  

2015

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Förderverein Liberale Synagoge Darmstadt e.V. startet Anfang 2015 seine neue, auf zwei Jahre bis 2016 angelegte Benefizspendenkampagne "Darmstadt braucht einen Dr. Karl Hess-Platz" - zu Ehren des letzten deutsch-jüdischen "Lilien"-Präsidenten des SV Darmstadt 98, Dr. KARL HESS (1900 - 1975) der von den Nazis widerrechtlich aus dem Amt gejagt und gewaltsam ins Brasilien-Exil vertrieben wurde. Die FLS-Idee und -Initiative pro Karl Heß-Platz entstand bereits 2014 - lange vor dem Wiederaufstieg der Lilien in die Erste Bundesliga.

März 2015

Am 22. März 2015 setzen circa 600 Menschen aus der ganzen Region Südhessen beim 1. DARMSTÄDTER MARSCH DES LEBENS ein kraftvolles Zeichen gegen Antisemitismus, Judenfeindschaft und Antiziganismus. Martin Frenzel, Gründer und Vorsitzender des FÖRDERVEREINS LIBERALE SYNAGOGE, hält eine Rede am Luisenplatz vor dem Regierungspräsidium, in der er den wertvollen von Darmstädter Juden für die Stadtgesellschaft würdigt (der Julius Landsbergers, Otto Wolfskehls, Heinrich Blumenthals, Karl Hess' und Julius Goldsteins) und vor den Gefahren des vielgesichtigen Antisemitismus heute warnt. Am Luisenplatz sind nach dem Gang vom Deportationsort Güterbahnhof zur Justus-Liebig-Schule, das den Nazis als Sammellager diente, zu den Orten der Liberalen und Orthodoxen Synagoge Ecke Bleichstr./Grafenstr. immer noch ca. 350 Menschen dabei. Nachkommen von NS-Tätern berichten über die Verbrechen ihrer Großväter (ein SA-Täter aus Gräfenhausen, der nach 1945 brüstet, an der Zerstörung der Darmstädter Synagogen beteiligt gewesen zu sein, ein Sonderrichter am Landgericht Darmstadt) und Opfer über die Leiden ihrer Familien (u.a. ein Sinti-Ehepaar aus Mainz). Wundervolle Musik umrahmte den Marsch des Lebens.


März und Mai 2015:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

70. Jahrestag der Befreiung Darmstadts von der Nazi-Diktatur - und damit Ende der Judenverfolgung und -vernichtung in Südhessen am 25. März. Vor 70 Jahren genau, am 25. März 2015, befreiten US-Truppen die braune Hochburg Darmstadt. Am 8. Mai 2015 70. Jahrestag des Kriegsendes 1945, der Befreiung Europas und ganz Deutschlands vom Joch der NS-Diktatur - und damit Ende des von den Nazis betriebenen Holocausts an Europas Juden.

Juli 2015

Der Förderverein Liberale Synagoge erinnert zum 70. Jahrestag seiner Ermordung durch die Nazis an den Darmstädter Widerstandskämpfer, Rechtsanwalt und SPD-Politiker Otto Sturmfels. Seine heute 91jährige Tochter Lili Sturmfels, Jahrgang 1923, erzählt in einem spannenden Zeitzeugengespräch beim FLS-Abend im Haus der Geschichte über ihren im KZ Dachau wie Georg Elser ermordeten Vater, der ein enger Weggefährte Carlo Mierendorffs war. 

September 2015

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

100. Geburtstag der Eberstädter Landsynagoge an der Modaubrücke. Wie der Förderverein Liberale Synagoge herausfand, fand die Einweihung der Eberstädter Synagoge vor genau 100 Jahren am 5. September 1915, im 2. Jahr des Ersten Weltkriegs statt. Der FLS veranstaltet zum 100. Geburtstag der Eberstädter Synagoge einen Rundgang  "Jüdisches Eberstadt" und einen Vortrags- und Gesprächsabend im Eberstädter Ernst-Ludwig-("Schwanen")Saal. Mit dabei: Michael Zimmermann, Lokalhistoriker, und Erich Kraft, zudem u.a. FLS-Gründungs- und -vorstandsmitglied  Ludwig Achenbach.

November 2015

Der Förderverein Liberale Synagoge weiht am Freitag, 5. November 2015 gemeinsam mit Oberbürgermeister Jochen Partsch die vom FLS inittierte Gedenktafel zu Ehren des Johannesviertel-Gründers, Stadtpolitikers und -planers Heinrich Blumenthal (1824-1901) im Rondell an der Nordseite des Johannesplatzes ein. Die Zukunft braucht Erinnerung-Tafel steht direkt im magischen Dreieck zwischen Johanneskirche, dem von Blumenthal erbauten Louvre und dem Herzen des Stadtteils.

Dezember 2015:

Der Vorstand des SV Darmstadt 98 erklärt einstimmig, die FLS-Idee eines Karl Heß-Platzes unterstützen zu wollen. Der Förderverein Liberale Synagoge Darmstadt hatte die Idee dazu bereits 2014 und Anfang 2015 seine "Darmstadt braucht einen Karl Heß-Platz"-Benefizkampagne gestartet. Ein erster Etappenerfolg auf dem Weg zum Karl Heß-Platz vorm Merck-Stadion am Böllenfalltor im November 2016.

2016:

Januar 2016:

Der Förderverein Liberale Synagoge, inzwischen 75 Mitglieder stark, blickt  am 25. Januar 2016 auf ein kleines, fünfjähriges Bestehen zurück: Der FLS wurde auf Initiative von Martin Frenzel am 25. Januar 2011 auf der Mathildenhöhe gegründet.

Februar 2016:

140.Jahrestag der Liberalen Synagoge am Dienstag, 23. Februar 2016: Vor 140 Jahren weihten Rabbi Dr. Julius Landsberger und Gemeindevorsteher Heinrich Blumenthal das imposante, die Dächter Darmstadts überragende Gotteshaus am 23. 02. 1876 im Beisein der versammelten Stadt- und Landprominenz ein. Bis 1938 war die Lib Syn "eine Zierde unserer Stadt". Der Förderverein Liberale Synagoge feiert den 140. Geburtstag des Sakralbaus mit zwei Veranstaltungen: Einem Rundgang in der Gedenkstätte Klinikum und einem Abend-Bildvortrag zu Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Lib Syn im Rüdiger Breuer-Saal der Jüdischen Gemeinde Darmstadt, Wilhelm Glässing-Str.

März 2016

Vom 1. März 2016 an tritt die Kooperation zwischen Förderverein Liberale Synagoge und SV Darmstadt 98  in Kraft. Ziel ist es, die FLS-Idee und -initiative eines Dr. Karl Heß-Platzes vorm Merck-Stadion am Böllenfalltor gemeinsam mit der Stadt Darmstadt in die Praxis umzusetzen. Der FLS freut sich über den Flankenschutz durch die Lilien. Bereits 2014, vor dem Aufstieg der Lilien in die 1. Bundesliga, hatte der FLS die Idee, den vergessenen Lilien-Vorsitzenden Karl Heß (1900-1975) mit einem eigenen Platz und einer Gedenktafel zu ehren. Heß, in der Weimarer Republik hoch angesehener Lilien-Chef und Fußball-Pionier, geriet 70 Jahre lang nach Ende der NS-Diktatur weitgehend  in Vergessenheit, ehe der FLS den Anstoß gab. 2015 startete der FLS seine Benefizkampagne "Darmstadt braucht einen Karl Hess-Platz!".  Kern der Vereinbarung FLS/SV DA 98: Gemeinsame Einweihung des neuen Karl Heß-Platzes am Freitag, 4. November 2016, vorm Merck-Stadion am Böllenfalltor durch Stadt Darmstadt, SV Darmstadt 98 und den Initiator Förderverein Liberale Synagoge Darmstadt e.V.

April 2016

Die Initiative und Idee des Fördervereins Liberale Synagoge Darmstadt e.V., einen KARL HESS-PLATZ vor dem Merck-Stadion am Böllenfalltor zu fordern, trägt erste Früchte: Zwei Jahre, nachdem der FLS allein auf weiter Flur, Anfang 2014 erstmals einen Karl Heß-Platz zu Ehren des 70 Jahre lang vergessenen deutsch-jüdischen Lilien-Vorsitzenden des SV Darmstadt 98, Dr. Karl Heß (1900-1975), gefordert hatte, hat der Magistrat der Stadt Darmstadt am 13. April 2016 den offiziellen Beschluss gefasst, vor dem Lilien-Stadion einen Karl Heß-Platz zu ermöglichen.    „Wir freuen uns, dass die Stadtregierung sich damit unsere Idee in vollem Umfang zu eigen gemacht und

unseren Vorschlag eines Karl Heß-Platzes für Darmstadt positiv aufgegriffen hat“, sagte dazu der Vorsitzende des Fördervereins Liberale Synagoge, Martin Frenzel. Der Förderverein Liberale Synagoge hatte die Idee eines Karl Heß-Platzes bereits 2013, vor dem Aufstieg der Lilien und hatte die FLS-Kampagne „Darmstadt braucht einen Karl Heß-Platz“ Anfang 2014 gestartet.

„Diese späte Ehrung des vertriebenen SV Darmstadt 98-Vorsitzenden, Fußballpioniers und Deutschen jüdischen Glaubens, Dr. Karl Heß (1900 – 1975), nach über 70 Jahren ist mehr als überfällig“, so der Tenor. 

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Zukunft braucht Erinnerung

Förderverein Liberale Synagoge startet FLS-Kampagne: DARMSTADT braucht eine

Rabbi Bruno Italiener-Gedenktafel November 2017!

Rabbi Dr. Bruno Italiener (1881-1956)

Karl Heß-Platz eingeweiht am 15. Januar  2017

Rabbiner, Retter der Darmstädter Pessach-Haggadah, resoluter Kämpfer gegen den Antisemitismus.

FLS-Rundgang:

Jüdisches Darmstadt

Auf den Spuren der Liberalen Synagoge, eines NS-Verbrechens und Rabbi Dr. Bruno Italieners

Termin: Sonntag, 24. September 2017, 14.30 Uhr, Gedenkstätte, Klinikums, Zugang via Bleichstr. Höhe Gagernstr. oder Julius-Landsberger-Platz, Eintritt frei. Spenden für die Rabbi Dr. Bruno Italiener-Gedenktafel 2017 erbeten.

 

Der FLS lädt ein:

FLS-Rundgang: Mai 2017

Jüdisches Darmstadt

Auf den Spuren der Liberalen Synagoge, des Rabbiners Bruno Italiener und eines NS-Verbrechens

Termin: Sonntag, 22. Oktober 2017, 14.30 Uhr, Treffpunkt Eingang Gedenkstätte, Klinikumsgelände, Zugang Bleichstr. Höhe Gagernstr. Eintritt frei

Bürgerehrung 2014: OB Partsch, Martin Frenzel / Foto: Gabriele Claus (FLS)
Bürgerehrung 2014: OB Partsch, Martin Frenzel / Foto: Gabriele Claus (FLS)

Bürgerehrung 2014 für den FLS-Gründer & Vorsitzenden Martin Frenzel: Für jahrelanges, herausragendes Wirken in Sachen ehrenamtlicher Erinnerungsarbeit wurde Martin Frenzel am 30. April 2014 in der Orangerie mit der Ehrenurkunde für verdiente Bürger der Wissenschaftsstadt Darmstadt ausgezeichnet. Mehr unter Pressespiegel/Wir über uns. 

Der Förderverein Liberale Synagoge hat  zudem am 20.Mai 2014 den 2. Preis GESICHT ZEIGEN  für Zivilcourage und gegen Rassimus 2014 erhalten. Die Verleihung fand im Justus-Liebig-Haus durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt statt. Der Preis wurde in Anerkennung des ehrenamtlich-erinnerungskulturellen Engagements für ein weltoffenes Darmstadt durch Oberbürgermeister Partsch vergeben.

OB Partsch überreicht den GESICHT ZEIGEN!-Preis an FLS-Vorsitzender Martin Frenzel Foto: Gabriele Claus
OB Partsch überreicht den GESICHT ZEIGEN!-Preis an FLS-Vorsitzender Martin Frenzel Foto: Gabriele Claus

Der FÖRDERVEREIN LIBERALE SYNAGOGE DARMSTADT e.V. hat "für sein besonderes

Engagement" in Sachen aktiver Erinnerungskultur den Ludwig-Metzger-
Anerkennungs-preis 2013 erhalten.

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