"Gebt der Erinnerung Namen." Saul Friedländer


Martin Frenzel, Vorsitzender und Gründer des Fördervereins Liberale Synagoge Darmstadt e.V. während seiner Rede im Wolfskehlschen Garten, 7. November 2014. Foto: Markus Landzettel (FLS)



Zukunft braucht Erinnerung und Zivilcourage:

Wolfskehlscher Garten in Darmstadt-Bessungen:

Otto Wolfskehl-Gedenktafel 2014

FLS startet Benefizspendenkampagne "Darmstadt braucht eine Otto Wolfskehl-Gedenktafel Herbst 2014!"

Bester Bürger Darmstadts (O-Ton Darmstädter Tagblatt 1907): Otto Wolfskehl (1841-1907) Foto: Stadtarchiv
Bester Bürger Darmstadts (O-Ton Darmstädter Tagblatt 1907): Otto Wolfskehl (1841-1907) Foto: Stadtarchiv

Förderverein Liberale Synagoge plant Einweihung am Freitag, 7. November 2014, am Wolfskehlschen Garten / Oberbürgermeister Jochen Partsch hält die Einweihungsrede

Otto Wolfskehl (1841-1907)
Otto Wolfskehl (1841-1907)

 

Der FÖRDERVEREIN LIBERALE SYNAGOGE hat im November 2013 seine neue Benefizspendenkampagne gestartet: "Darmstadt braucht eine Otto-Wolfskehl-Gedenktafel 2014".

Damit will der Förderverein an den bedeutenden, heute jedoch weitgehend vergessenen Darmstädter Patrizier, Kommunal- und Landes-Politiker, Wohltäter und Mäzen Otto Wolfskehl (1841 – 1907) erinnern - aber auch an dessen nicht minder berühmte deutsch-jüdische Darmstädter Familie, vor allem seine Frau, die Sängerin und Pianistin  Lilli Wolfskehl, Ottos weltberühmten Dichtersohn Karl Wolfskehl (der fast erblindet 1948 im neuseeländischen Exil starb) und an den weniger bekannten zweiten Sohn Eduard Wolfskehl (Erbauer der technischnen Anlagen des Darmstädter Hauptbahnhofs, 1944 im KZ Frankfurt-Heddernheim von den Nazis ermordet) und den jüngeren Bruder Ottos Paul Wolfskehl, seines Zeichens weltberühmter Mathematiker (der Oskar der Mathematik, Wolfskehl-Preis, erinnert an diesen noch heute).

 

Heute erinnert kaum noch etwas im Darmstädter Stadtbild an die überragende Bedeutung dieser Persönlichkeit OTTO WOLFSKEHL: Und dies, obwohl Darmstadt ohne ihn nicht das wäre, was es heute ist: Eine prosperierende, weltoffene, internationale Wissenschaftsstadt, ein bedeutender Wirtschafts- und nicht zuletzt Kulturstandort im Rhein-Main-Neckar-Gebiet!

-  Die Otto-Wolfskehl-Straße am Hauptbahnhof wurde völlig aus dem Stadtbild getilgt (heute Goebelstraße). Lediglich die Wolfskehlstraße als unscheinbare Seitenstraße der Dieburger Str. erinnert nebulös-nichtssagend  an „eine Darmstädter Familie“, ohne konkret zu werden.

Auch im Wolfkehlschen Garten in Bessungen, wo sich der Sitz der berühmten, 1944 zerstörten Wolfskehl-Villa befand, fehlt jeder erklärende Hinweis – übriggeblieben ist nur der Name. Und dies, obwohl die guten Taten Otto Wolfskehls bis heute in positiver Weise Darmstadts Gegenwart und Zukunft prägen.

 

  

 

Otto Wolfskehl war angesehener Politiker und Bürger Darmstadts, Mitglied im Vorstand der Liberalen Jüdischen Gemeinde, gehörte den Nationalliberalen an. 1874 kam er ins Stadtparlament, sodann in den Landtag, war sogar Landtags-Vizepräsident.

Als die damalige Polytechnische Hochschule von Sparmaßnahmen in ihrer Existenz bedroht war, war Otto Wolfskehl es, der den Neu- und Ausbau der Technischen Hochschule  maßgeblich förderte. Insofern war Wolfskehl ein Retter des frühen Hochschul- und Wissenschaftsstandorts Darmstadt, ein Pionier dessen, was wir heute Wissenschaftsstadt nennen. 1881 zog er sich aus der Familienbank „Heyum Wolfskehl & Sohn“ zurück, um sich fortan ganz dem Gemeinwohl und der Politik zu verschreiben. 1897 verließ er den Hessischen Landtag (damals mit Sitz in Darmstadt), dessen Vize-Präsident er zeitweilig gewesen war, im Zuge antisemitischer Attacken. Wolfskehl galt als enger Freund der Großherzoglichen Familie, ging bei Hofe ein und aus. Er sollte sogar Finanzminister des Großherzogs werden, lehnte dies aber mit den Worten "Ein Jud Süß" reicht!" ab. Statt dessen fungierte Otto Wolfskehl als enger großherzoglicher Berater.

 

Seine zahlreichen Stiftungen förderten u.a. großzügig den Städtischen Saalbau (gewissermaßen das „Darmstadtium der Kaiserreichszeit“) und der Evangelischen Johanneskirche, die im damaligen Blumenthalviertel entstand. Im August 1907, als Otto Wolfskehl starb, schrieb damals das „DARMSTÄDTER TAGBLATT“: „Mit ihm hat Darmstadt einen seiner besten Bürger verloren.“

 

Der Start der Benefizspendenkampagne „Darmstadt braucht eine Otto Wolfskehl-Gedenktafel 2014!“ soll dazu beitragen, dass das Ziel des Fördervereins Liberale Synagoge, zu Ehren Otto Wolfskehls und seiner Familie im Bessunger Wolfskehlschen Garten eine Gedenktafel zu stiften, Wirklichkeit wird.

 

Dort befand sich die Villa der deutsch-jüdische Darmstädter Familie Wolfskehl. Otto Wolfskehl gilt als Mitbegründer des Bauvereins (1864), der 2014 sein 150jähriges feiert, förderte die Technische Hochschule, die Mathildenhöhe und das Darmstädter Stadtgesellschafts-, Kultur-  und insbesondere Musikleben, war Mitbegründer der Südhessischen Gas- und Wasser-AG (Keimzelle der heutigen HSE/HEAG-Stadtwirtschaft) und der Landeshypothekenbank im Paulusviertel (heute Sitz der EKHN). 

 

Wenn Sie spenden wollen:

Bitte überweisen Sie Ihre SPENDE zugunsten der Otto-Wolfskehl-Tafel 2014 auf folgendes Konto bei

Förderverein Liberale Synagoge Darmstadt e.V.

 

Volksbank Darmstadt - Südhessen


IBAN: DE92 5089 0000 0006 3729 02

 

BIC: GENODEF1VBD
 (Darmstadt)

Kennwort: FLS-Otto Wolfskehl-Gedenktafel 2014

 

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch wird die Gedenktafel zu Ehren Otto Wolfskehls am Freitag, 7. November 2014, um 12 Uhr, am Bessunger Wolfskehlschen Garten gemeinsam mit dem FÖRDERVEREIN LIBERALE SYNAGOGE  einweihen. 

Otto Wolfskehl (1841-1907)

Paula Wolfskehl


Die berühmte Villa Wolfskehl (im 2.Weltkrieg zerstört)im Bessunger Wolfskehlschen Garten
Die berühmte Villa Wolfskehl (im 2.Weltkrieg zerstört)im Bessunger Wolfskehlschen Garten
Wolfskehlscher Garten / Foto: FLS Martin Frenzel
Wolfskehlscher Garten / Foto: FLS Martin Frenzel
Teehäuschen im Wolfskehlschen Garten: Einziges Überbleibsel der alten Villenpracht der Wolfskehls/Foto: Martin Frenzel (FLS)
Teehäuschen im Wolfskehlschen Garten: Einziges Überbleibsel der alten Villenpracht der Wolfskehls/Foto: Martin Frenzel (FLS)
Impressionen des Wolfskehlschen Gartens in Darmstadt-BGessungen: Fotos: Martin Frenzel / FLS
Impressionen des Wolfskehlschen Gartens in Darmstadt-BGessungen: Fotos: Martin Frenzel / FLS
Gemälde Otto Wolfskehls
Gemälde Otto Wolfskehls
Ottos 2.Frau, LLilli Wolfskehl, geb. Schulz, Musikerin, Pianistin
Ottos 2.Frau, LLilli Wolfskehl, geb. Schulz, Musikerin, Pianistin
Otto und Lilli Wolfskehl halfen maßgeblich bei der Finanzierung der Evang. Johanneskirche mit, im Herzen des damaligen Blumenthalviertels / Foto: Stadtarchiv
Otto und Lilli Wolfskehl halfen maßgeblich bei der Finanzierung der Evang. Johanneskirche mit, im Herzen des damaligen Blumenthalviertels / Foto: Stadtarchiv
Die von Otto Wolfskehl gegründete Landeshypothekenbank, heute Sitz der Evangelischen Kirche Hessen und Nassau (EKHN) im Paulsviertel
Die von Otto Wolfskehl gegründete Landeshypothekenbank, heute Sitz der Evangelischen Kirche Hessen und Nassau (EKHN) im Paulsviertel
Grabstätte Otto und Lilli Wolfskehls, Alter Friedhof / Foto: Martin Remmele (FLS)
Grabstätte Otto und Lilli Wolfskehls, Alter Friedhof / Foto: Martin Remmele (FLS)
Otto Wolfskehl-Grab Alter Friedhof / Foto: Martin Remmele (FLS)
Otto Wolfskehl-Grab Alter Friedhof / Foto: Martin Remmele (FLS)
Wolfskehl-Grab Alter Friedhof Darmstadt / Foto: Martin Remmele
Wolfskehl-Grab Alter Friedhof Darmstadt / Foto: Martin Remmele
Wolfskehl-Grab /Foto: Martin Remmele (FLS)
Wolfskehl-Grab /Foto: Martin Remmele (FLS)
Wolfskehl-Grab: Paradoxerweise auf einem christlichen Fr4iedhof / Foto: Martin Remmele (FLS)
Wolfskehl-Grab: Paradoxerweise auf einem christlichen Fr4iedhof / Foto: Martin Remmele (FLS)
Das Familiengrab derer von Wolfskehl auf dem Jüdischen Friedhof, Darmstadt / Bild: Martin Frenzel
Das Familiengrab derer von Wolfskehl auf dem Jüdischen Friedhof, Darmstadt / Bild: Martin Frenzel

Gemälde der drei WOLFSKEHL-Kinder: Karl, Eduard und Magarete WOLFSKEHL. Bild: Privatbesitz

Ottos berühmter ältester Sohn: Der Dichter und Übersetzer Karl Wolfskehl
Ottos berühmter ältester Sohn: Der Dichter und Übersetzer Karl Wolfskehl
Erbauer der technischen Anlagen des Darmstädter Hauptbahnhofs: Der zweite, jüngere Sohn Ottos, Eduard Wolfskehl, von den Nazis im KZ Frankfurt-Heddernheim ermordet
Erbauer der technischen Anlagen des Darmstädter Hauptbahnhofs: Der zweite, jüngere Sohn Ottos, Eduard Wolfskehl, von den Nazis im KZ Frankfurt-Heddernheim ermordet


Eduard Wolfskehl rechts oben; li oben und re unten die Familie Eduard Wolfskehls, rechts unten: Die drei Schwestern Fanny, Marie-Luise und Charlotte.

Magarete Wolfskehl

Direktor des renommierten Potsdamer Moses-Mendelssohn-Zentrums für europäisch-jüdische Studien: Prof.Julius H. Schoeps
Direktor des renommierten Potsdamer Moses-Mendelssohn-Zentrums für europäisch-jüdische Studien: Prof.Julius H. Schoeps
Künftiges Karl-Wolfskehl-Studentenwohnheim Stephanstr.: Wurde von Prof. Julius H. Schoeps exklusiv beim Förderverein Liberale Synagoge 2012 vorgestellt
Künftiges Karl-Wolfskehl-Studentenwohnheim Stephanstr.: Wurde von Prof. Julius H. Schoeps exklusiv beim Förderverein Liberale Synagoge 2012 vorgestellt
Hat seine Pläne für ein Darmstädter KARL WOLFSKEHL-STUDENTENWOHNHEIM exklusiv 2012 beim FÖRDERVEREIN LIBERALE SYNAGOGE vorgestellt: Der Vorsitzende der Moses-Mendelssohn-Stiftung, Prof. Julius H. Schoeps
Hat seine Pläne für ein Darmstädter KARL WOLFSKEHL-STUDENTENWOHNHEIM exklusiv 2012 beim FÖRDERVEREIN LIBERALE SYNAGOGE vorgestellt: Der Vorsitzende der Moses-Mendelssohn-Stiftung, Prof. Julius H. Schoeps
Loading

Zukunft braucht Erinnerung

Förderverein Liberale Synagoge startet FLS-Kampagne: DARMSTADT braucht eine

Rabbi Bruno Italiener-Gedenktafel November 2017!

Rabbi Dr. Bruno Italiener (1881-1956)

Karl Heß-Platz eingeweiht am 15. Januar  2017

Rabbiner, Retter der Darmstädter Pessach-Haggadah, resoluter Kämpfer gegen den Antisemitismus.

FLS-Rundgang:

Jüdisches Darmstadt

Auf den Spuren der Liberalen Synagoge, eines NS-Verbrechens und Rabbi Dr. Bruno Italieners

Termin: Sonntag, 24. September 2017, 14.30 Uhr, Gedenkstätte, Klinikums, Zugang via Bleichstr. Höhe Gagernstr. oder Julius-Landsberger-Platz, Eintritt frei. Spenden für die Rabbi Dr. Bruno Italiener-Gedenktafel 2017 erbeten.

 

Der FLS lädt ein:

FLS-Rundgang: Mai 2017

Jüdisches Darmstadt

Auf den Spuren der Liberalen Synagoge, des Rabbiners Bruno Italiener und eines NS-Verbrechens

Termin: Sonntag, 22. Oktober 2017, 14.30 Uhr, Treffpunkt Eingang Gedenkstätte, Klinikumsgelände, Zugang Bleichstr. Höhe Gagernstr. Eintritt frei

Bürgerehrung 2014: OB Partsch, Martin Frenzel / Foto: Gabriele Claus (FLS)
Bürgerehrung 2014: OB Partsch, Martin Frenzel / Foto: Gabriele Claus (FLS)

Bürgerehrung 2014 für den FLS-Gründer & Vorsitzenden Martin Frenzel: Für jahrelanges, herausragendes Wirken in Sachen ehrenamtlicher Erinnerungsarbeit wurde Martin Frenzel am 30. April 2014 in der Orangerie mit der Ehrenurkunde für verdiente Bürger der Wissenschaftsstadt Darmstadt ausgezeichnet. Mehr unter Pressespiegel/Wir über uns. 

Der Förderverein Liberale Synagoge hat  zudem am 20.Mai 2014 den 2. Preis GESICHT ZEIGEN  für Zivilcourage und gegen Rassimus 2014 erhalten. Die Verleihung fand im Justus-Liebig-Haus durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt statt. Der Preis wurde in Anerkennung des ehrenamtlich-erinnerungskulturellen Engagements für ein weltoffenes Darmstadt durch Oberbürgermeister Partsch vergeben.

OB Partsch überreicht den GESICHT ZEIGEN!-Preis an FLS-Vorsitzender Martin Frenzel Foto: Gabriele Claus
OB Partsch überreicht den GESICHT ZEIGEN!-Preis an FLS-Vorsitzender Martin Frenzel Foto: Gabriele Claus

Der FÖRDERVEREIN LIBERALE SYNAGOGE DARMSTADT e.V. hat "für sein besonderes

Engagement" in Sachen aktiver Erinnerungskultur den Ludwig-Metzger-
Anerkennungs-preis 2013 erhalten.

Wir sind auch auf FACEBOOK erreichbar!