Buch über die Liberale Synagoge: "Eine Zierde unserer Stadt"

Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Liberalen Synagoge Darmstadt (2008)

Erschienen im Justus-von-Liebig-Verlag Darmstadt 2008 / "Darmstädter Echo": "Das Standardwerk"

Erinnerungsarbeiter Martin Frenzel, Vorsitzender des FÖRDERVEREINS LIBERALE SYNAGOGE, vor der Gedenkstätte / Foto: Arthur Schönbein (Darmstädter Tagblatt)
Erinnerungsarbeiter Martin Frenzel, Vorsitzender des FÖRDERVEREINS LIBERALE SYNAGOGE, vor der Gedenkstätte / Foto: Arthur Schönbein (Darmstädter Tagblatt)

Martin Frenzel (Hrsg. und Hauptverfasser)

Eine Zierde unserer Stadt“.

Geschichte, Gegenwart und Zukunft der

Liberalen Synagoge Darmstadt.

 

Mit Beiträgen von zwölf Autoren

und zahlreichen Fotos / Abbildungen

232 Seiten, reich illustriert, vf., Hc

Justus-von-Liebig-Verlag Darmstadt, November 2008

Im Netz: www.phr.de


EUR 24,80

 

ISBN 978-3-87390-259-6

Vor der Gedenkstätte: Liberale Synagoge-Buchautor Martin Frenzel, Gründer und erster Vorsitzender des FÖRDERVEREINS LIBERALE SYNAGOGE / Foto: Arthur Schönbein (Darmstädter Tagblatt)
Vor der Gedenkstätte: Liberale Synagoge-Buchautor Martin Frenzel, Gründer und erster Vorsitzender des FÖRDERVEREINS LIBERALE SYNAGOGE / Foto: Arthur Schönbein (Darmstädter Tagblatt)
Vor den beiden vom FÖRDERVEREIN LIBERALE SYNAGOGE initiierten Julius-Landsberger-Gedenktafeln: Martin Frenzel / Foto: Arthur Schönbein (Darmstädter Tagblatt)
Vor den beiden vom FÖRDERVEREIN LIBERALE SYNAGOGE initiierten Julius-Landsberger-Gedenktafeln: Martin Frenzel / Foto: Arthur Schönbein (Darmstädter Tagblatt)

Stimmen zum Buch:

Eigentlich hätte man es wissen können, wenn es denn wirklich interessiert hätte: Auf dem Grundstück, auf dem in Darmstadt das bedeutende Klinikum einen großen Neubau plante, hatte einst die prachtvolle große Synagoge gestanden. „Eine Zierde unserer Stadt“ war sie, wie bei ihrer Einweihung 1876 in der Zeitung zu lesen war. Während des Novemberpogroms 1938 wurde dieses Gotteshaus entweiht, geschändet und bis auf die Grundmauern zerstört. Erst knapp dreißig Jahre später hatte die Stadt Darmstadt 1967 eine schmächtige Edelstahl-Menora als „mahnende Erinnerung“ auf dem Klinikgelände eingeweiht.

„Plötzlich“ nun wurden 2003 kurz nach Beginn der Ausschachtungsarbeiten für den Bau des neuen Klinikums größere Teile von Fundamenten gesichtet, die unschwer der Liberalen Synagoge Darmstadt zuzuordnen waren. Die Nachricht drang schnell zum Oberbürgermeister, der nach wenigen Tagen beherzt ein öffentliches  Interesse an einem erhaltenswerten Kulturdenkmal feststellte und kurzerhand einen Baustopp verhängte. Die Klinikleitung stand unter Druck, drohten doch nun alle Planungen für den Neubau, der mehrere städtische Kliniken zusammenführen sollte, infrage zu stehen. An einem runden Tisch setzten sich Zuständige zusammen und kamen in einem komplexen, schwierigen Prozess, nicht frei von öffentlichen Peinlichkeiten zu dem Ergebnis: Um die aufgefundenen Fundamente, die etwa ein Fünftel der gesamten Synagogenfundamente ausmachen, sollte eine würdige öffentliche Stätte der Erinnerung entstehen, und gleichzeitig sollte die Funktionalität des zu errichtenden Krankenhausbaus nicht beeinträchtigt werden.

Während des zweieinhalb Jahre andauernden Baustopps wurden die aufgefundenen Teilfundamente freigelegt und der Krankenhausbau nicht kostenarm, aber doch noch effektiver umgeplant und ein Ort der Erinnerung baulich und inhaltlich konzipiert.

Diese Stätte der Erinnerung an die einstige große Liberale Synagoge wird in einigen Monaten eingeweiht werden. In ihrem Zentrum wird neben den Fundamenten des ehemaligen Thoraschreins und eines Turmes – multimedial auf diverse Zugangsmöglichkeiten ausgerichtet – der Blick auf das Leben der jüdischen Darmstädter, deren bedeutendes Gotteshaus an dieser Stelle stand, stehen. Also keine „jüdische Gedenkstätte“, sondern „eine Gedenkstätte, mit der die Stadt Darmstadt an alle Darmstädter Bürger erinnert“, wie der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Darmstadt und des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden in Hessen prägnant formulierte.

Das vorliegende prachtvoll ausgestattete Buch bietet dem interessierten Leser anschaulich anhand von Fotos und Plänen in hervorragender Qualität vielfältige Blicke auf Historisches sowie Informationen zum Konstruktions- und Erinnerungsprozess von 2003 bis 2008 und würdigt dabei das Engagement der diversen Verantwortlichen, die vielfach zur rechten Zeit am rechten Ort zur Stelle waren und sich zur Notwendigkeit der öffentlichen Erinnerung am historischen Ort verpflichtet fühlten und entsprechend handelten. Das ist eine erstaunliche Entwicklung, aber in Darmstadt hatte man schon ein Vierteljahrhundert zuvor Erfahrungen zur Realisierung bis dahin allgemein als ungewöhnlich angesehener Ideen sammeln können. Ein dortiger Stadtverordneter wollte sich Ende 1983 nicht mehr mit den traditionellen Gedenkfeiern zur Erinnerung an die Zerstörung der Darmstädter jüdischen Gotteshäuser zufrieden geben; er stellte sich öffentlich die Frage und formulierte den passenden Antrag im Stadtparlament, dass es doch an der Zeit sei, der jüdischen Gemeinde in Darmstadt eine Synagoge zu bauen und ihr damit zurückzugeben, was nationalsozialistische Darmstädter einst zerstört hatten. Nur fünf Jahre später konnte im November 1988 eine neue stattliche Synagoge in Darmstadt eingeweiht werden. Alles in allem  ist dies auch eine Zierde politischen öffentlichen Engagements der Bürger dieser Stadt. Dazu gehört im Übrigen dieses aus privater Initiative mit privaten Geldern entstandene Buch, das insbesondere Martin Frenzel und seinem Engagement zu verdanken ist. Es bleibt abzuwarten, wo demnächst weitere Fundamente zerstörter Synagogen gesichtet werden. In Darmstadt hat man einen praktikablen Weg gefunden, an dem sich andere Städte orientieren können.“

 

Monica Kingreen (Fritz Bauer Institut) in:

„Einsicht“ 01 / Bulletin des Fritz Bauer Instituts (Geschichte und Wirkung des Holocausts), Frankfurt am Main, Mai 2009, S.52-53

(Titel der Rezension: „Die einstige Liberale Synagoge in Darmstadt“). 

 

„Eigentlich hätte vor ein paar Tagen die Gedenkstätte eröffnet werden sollen, dort, wo beim Neubau der städtischen Kliniken in Darmstadt die Fundamente der Liberalen Synagoge entdeckt worden waren. Aber die Gedenkstätte war noch nicht fertig. Ganz im Gegensatz zu dem Buch, das aus diesem Anlass erschienen ist, von seiner inhaltlichen Vielfalt aber weit über ihn hinausweist. Martin Frenzel hat das 1876 erbaute Gotteshaus, das 1938 von den Nazis zerstört wurde und erst aus dem Stadtbild verschwand, zum Anstoß einer bemerkenswert umfassenden Betrachtung genommen.
Der von ihm herausgegebene Band, zu dem er auch viele der Beiträge selbst verfasst hat, ist nicht in erster Linie der Baubeschreibung gewidmet, wenngleich Frenzel die Planung, Entstehung und Geschichte der Synagoge detailliert beschreibt. Er geht aus von dem Konflikt, der sich 2003 an dem Fund entzündete, lässt Beteiligte und Beobachter zu Wort kommen, schildert die zähen Auseinandersetzungen, die es um den Plan einer Gedenkstätte gab.
Das wäre bei einem Buch aus diesem Anlass zu erwarten gewesen. Es bietet jedoch eine Fülle weiterer höchst lesenswerter Überraschungen. So zeichnet Eckhart G. Franz die Geschichte der Darmstädter Juden nach, Thomas Lange und Thomas Reinheimer ergänzen den historischen Überblick durch die Schilderung persönlicher Schicksale, Fritz Deppert spürt dem Umgang der Darmstädter mit der Erinnerung nach.
Daneben schildert das Buch auch die Gegenwart der jüdischen Gemeinde in Darmstadt: So beschreibt Rainer Hein seinen einjährigen Selbstversuch – der protestantische Journalist hat die Gottesdienste in der Neuen Synagoge mitgefeiert und die Erlebnisse mit einem Porträt der Gemeinde verknüpft.
So erzählt dieser reich illustrierte und sorgfältig gestaltete Band nicht nur von Verlust und Zerstörung, sondern auf sehr seriöse Weise auch von Gegenwart und Zukunft: Es dürfte  auch Jahre nach der Einweihung der Gedenkstätte als Standardwerk gelten nicht nur zur Liberalen Synagoge, sondern zum jüdischen Leben in Darmstadt.“

 Johannes Breckner (Chef des ECHO-Feuilletons)

in: Darmstädter Echo, Bücher-Seite,

vom 24. November 2008, S.16 

 

Die Wahrscheinlichkeit lag nahe, dass man beim Klinikneubau in Darmstadt auf die Überreste der liberalen Synagoge treffen würde. Dass Bagger beim Aushub am 2. Oktober 2003 auf einen so umfangreichen Schatz stoßen würden, aber galt als Wunder. (...)  Fakten über den Auffund, über Grabung und Ausstattung der Gedenkstätte finden sich in einem aufwendig gestalteten Dokumentationsband, der im Justus-von-Liebig-Verlag pünktlich zum 70. Jahrestag der Pogromnacht erschienen ist. Herausgeber Martin Frenzel hat jedoch nicht nur Gegenwart und Zukunft, sondern auch die bemerkenswerte Geschichte der Liberalen Synagoge Darmstadt aufgearbeitet. (...) Eine Zierde war nicht nur das Gebäude der liberalen Gemeinde, prächtig ist auch die Dokumentation ihrer Geschichte, die Beschreibung ihrer Mitglieder und ihres Neufundes geraten. Salomon Korn, Vize-Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland und selbst Architekt, nennt das Buch „ein Standardwerk zur spannenden Geschichte und Wiederentdeckung eines jüdischen Gotteshauses, aber auch ein facettenreiches Panoptikum über Geschichte, Gegenwart und Zukunft der jüdischen Kultur in Darmstadt."

 Heidelind Sobotka in: JÜDISCHE ALLGEMEINE WOCHENZEITUNG,

vom 18. Dezember 2008 („Bücher“), S.19.

 

 

Rainer Hein: Auch die Metaphysik hatte ihre Hand im Spiel.  Die Auflösung der Sowjetunion hat das jüdische Gemeindeleben stark verändert / Integration und religiöse Bildung sind zentrale Aufgaben (leicht gekürzter Vorabdruck zum 20. Bestehen der Neuen Synagoge Darmstadt in der Wilhelm-Glässing-Straße). Vorabdruck seines Kapitels aus dem Buch „Eine Zierde unserer Stadt“,  ganzseitig in der F.A.Z. am 1.11.2008


"Die Gedenktage zur Reichspogromnacht 1938 und zum 20-jährigen Bestehen der Neuen Synagoge sind auch der Anlass für das Erinnerungsbuch zur Geschichte der Darmstädter Liberalen Synagoge „Eine Zierde unserer Stadt“, herausgegeben von Martin Frenzel, das am 7. November (...) im Vortragssaal Casino, Logistikzentrum des Klinikums, vorgestellt wird. Das Buch spiegelt 130 Jahre Darmstädter Stadtgeschichte, beleuchtet die Wechselwirkung des Lebens von Juden und Nicht-Juden in Darmstadt und ist ein Dokument der Spurensuche zur verlorengegangenen jüdischen Kultur. Die Autoren und Interviewpartner des Bandes sind Fritz Deppert, Karl Dienst, Werner Durth, Eckhart G. Franz, Martin Frenzel, Jörg Friedrich, Marc Grellert, Christian Häussler, Rainer Hein, Nikolaus Heiss, Thomas Lange und Thomas Reinheimer. Die grafische Gestaltung des Buches hat der Designer Christian Häussler in Zusammenarbeit mit Martin Frenzel besorgt. Von Häussler stammt auch das Titelbild, eine Aquarellzeichnung der Liberalen Synagoge. Nikolaus Heiss steuerte das Gros der Fotos im Buch bei. Das Buch „Eine Zierde unserer Stadt“ erscheint in einer Erstauflage von 1.500 Exemplaren beim Darmstädter Justus-von-Liebig-Verlag, ist vom kommenden Samstag (8.) an in allen Buchhandlungen erhältlich und kostet 24,80 Euro."

Aus: Artikel in der städtischen Internetzeitung „Aktuelles“ auf www.darmstadt.de vom 5.11.2008


„Ab Samstag (8.) ist eine von Martin Frenzel herausgegebene Monographie über die Liberale Synagoge im Buchhandel erhältlich; der prachtvolle Band, der auch den vielfältigen Verflechtungen jüdischer und nichtjüdischer Lebenswege in Darmstadt nachgeht, erscheint im Justus-Liebig-Verlag.“
Aus: Klaus Honold im Darmstädter Echo, 06.11.08

 

Während die Eröffnung der Gedenkstätte Liberale Synagoge sich verzögert, hat Martin Frenzel gestern pünktlich das Buch „Eine Zierde unserer Stadt. Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Liberalen Synagoge“ vorstellen können. Das von dem Mitarbeiter der städtischen Pressestelle herausgegebene Werk umfasst Beiträge von ihm und zahlreichen weiteren Autoren zur Rolle der Juden als Darmstädter Bürger, zur Entdeckungsgeschichte der Liberalen Synagoge und zur Erinnerungskultur. Das im Justus von Liebig Verlag  erschienene Buch ist von Samstag an in allen Buchhandlungen erhältlich.“
Rainer Hein in der F.A.Z. vom 6. November 2008


Zeitzeugen-Erinnerungen wie diese hat Martin Frenzel, Mitarbeiter der Stadt, in seinem gerade erschienen Buch „Eine Zierde unserer Stadt“ dokumentiert. Das Buch ist der Historie der 1938 von den Nazis niedergebrannten Liberalen Synagoge gewidmet sowie der Geschichte, Gegenwart und Zukunft jüdischen Lebens in der Stadt. (...) Ein Buch, das sich auf über 200 Seiten mit allen Facetten der Synagoge, mit ihrem Bau, der Zerstörung in der Pogromnacht, der Wiederentdeckung der Fundamente während des Klinikneubaus und der geplanten Gedenkstätte befasst. Sechs Monate haben Frenzel und elf Co-Autoren viel Arbeit und teilweise Nachtschichten in das Buch investiert, das „punktgenau“ zum Jubiläum von Pogromnacht und Synagogenneubau fertig wurde. Aufzeigen will Frenzel, ‚welchen Verlust die Zerstörung der Synagoge und der jüdischen Kultur für die Stadt war.‘ Daher auch der Titel ‚Eine Zierde unserer Stadt‘. Er spürt vielen jüdischen Darmstädter Persönlichkeiten nach: Dem Architekten Blumenthal, der das Johannesviertel entwarf, oder dem Bankier Wolfskehl, Begründer des Bauvereins.

Das Buch, das Oberbürgermeister Walter Hoffmann (SPD) als Standardwerk lobt, ist ein Teil der umfangreichen Feierlichkeiten, die die Stadt um den 9. November veranstaltet.“

Aus: Astrid Ludwig in der „Frankfurter Rundschau“ 6. November 2008   

 

„Wenn man dieses Buch über die Liberale Synagoge in Darmstadt, ihre Entstehung, Zerstörung und Wiederentdeckung gelesen hat, fällt einem wenig ein, was zu diesem Kapitel der Stadtgeschichte hinzuzufügen wäre. Umfang-  und facettenreich ist die Publikation, die der Redakteur in städtischen Diensten, Martin Frenzel, als Herausgeber zusammengetragen hat. (...)
Das Buch ist mehr als die Schilderung über Entstehen, Vernichtung und Wiederentdeckung der Liberalen Synagoge. Es ist eine umfassende Gesamtschau eines bedeutenden Aspekts der Darmstädter Geschichte und schließlich ein Appell an menschliche Vernunft, Toleranz und Verantwortung.“
Peter Zitzmann: „Erinnerungsbuch für die Zukunft“,
in: „F.A.Z.“ vom    12. November 2008

 

„Das Buch spiegelt als facettenreiche Bestandsaufnahme mehr als 130 Jahre Darmstädter Stadtgeschichte, die Wechselwirkung von Juden und Nicht-Juden in Darmstadt – und versteht sich als Dokument der Spurensuche über ein Stück verlorengegangener, zerstörter jüdischer Kultur.“

 VORHANG AUF,  magazin der region darmstadt,
November-Ausgabe 2008 (Nr.133)

 

„Auf 200 Seiten wird uns Darmstädtern noch klarer, dass es auch für uns eine Erinnerung geben muss. Eine Erinnerung, die uns mahnt, unsere grausame, deutsche Geschichte nicht zu vergessen. Martin Frenzel hat mit großem Aufwand ein Werk der Aufklärung und Erinnerungsarbeit geschaffen. (...)

Am beunruhigendsten ist allerdings, nachdem entschieden wurde, dass aus dem Fundort eine Mahnstätte werden sollte, es tatsächlich zu öffentlichen antisemitischen Aussagen in der Bevölkerung kam. Das bestätigt aber nur, dass wir noch dringender diese Gedenkstätte brauchen, als bisher angenommen. Oberbürgermeister Walter Hoffmann hegt die Hoffnung, dass dieses ‚Erinnerungs-, Gegenwarts- und Zukunftsbuch von möglichst vielen Menschen gelesen und diskutiert wird, auch gerade von Schülerinnen und Schülern im Geschichtsunterricht.‘

Dieses Buch ist ein guter Anfang jeder Generation, die Verantwortung für unsere Geschichte bewusst zu machen. Diese Arbeit am Bewusstsein sollte sicher nie ein Ende haben.“                                                                                  Jule Felden in: „Darmstädter Kulturnachrichten“,

Dez. 2008, S.10.

 

Einst prägte die Liberale Synagoge das Darmstädter Stadtbild. Vor fünf Jahren brachten Baggerarbeiten die Überreste des prächtigen Gotteshauses ans Tageslicht.

Ein Sammelband schildert facettenreich die Geschichte der „Zierde unserer Stadt“.

(...) Ein Aufsatz von Martin Frenzel – ein zentrales Kapitel im  Sammelband – befasst sich mit der Geschichte der Liberalen Synagoge von der Einweihung im Jahr 1876 bis zur Zerstörung in der Pogromnacht von 1938. Mit der Einweihung präsentierte sich ein blühendes, mitten im Darmstädter Leben verankertes liberales Reform-Judentum. „Damals tanzte die ganze Stadt“. (...) Der Autor porträtiert bedeutende Darmstädter Juden der Zeit, u.a. die Rabbiner Julius Landsberger und Bruno Italiener, den Bankier Otto Wolfskehl oder den Maschinenfabrikanten Heinrich Blumenthal. (...) Frenzel beschreibt die antisemitischen Tendenzen des Kaiserreichs, wie sie beispielsweise der „Alldeutsche Verband“ schürte.

(...) Eine der Stärken des Sammelbandes liegt darin, in die Schilderungen der Geschichte der Liberalen Synagoge immer wieder individuelle Schicksale einfließen zu lassen. Thomas Reinheimer widmet der Darmstädterin Elly Skurnik ein eigenes Kapitel. Martin Frenzel schildert die Erlebnisse von Holocaust-Überlebenden, die ihre Kindheit in Darmstadt verbrachten, bevor sie von den Nazis von dort vertrieben wurden. So zum Beispiel Max G. Neu, der mit dem sogenannten „Kindertransport“ nach England fliehen konnte. Oder Berthold Storper, der als Uri Shalev in Israel zum Kibbutz-Veteranen wurde.  (....)  Immer wieder kehrt man jedoch zum Ausgangspunkt des Buchs zurück. Frenzel skizziert im Kapitel „Die scheinbar wundersame Wiederkehr eines Gotteshauses“ die spannenden Ereignisse im Oktober 2003. Nachdem Bagger auf die Überreste der Synagoge gestoßen waren, setzte der damalige Oberbürgermeister Peter Benz einen sofortigen Baustopp durch.  Er berief einen Runden Tisch, um eine Konzeption für eine Erinnerungsstätte „Liberale Synagoge Friedrichstraße“ zu entwickeln. (...)

Mit „Eine Zierde unserer Stadt“ legt der Justus von Liebig Verlag ein Standardwerk über jüdische Geschichte in Darmstadt vor. Es bietet eine ganze Fülle an Informationen über die Geschichte der Liberalen Synagoge, aber auch über die Entwicklung der jüdischen Gemeinde in Darmstadt allgemein. Dem Leser wird vor Augen geführt, wie groß der kulturelle Verlust war, den die Zerstörung des jüdischen Lebens durch die Nazis bewirkt hat. Zudem stellt der schön gestaltete und mit vielen Bildern angereicherte Sammelband einen wichtigen Beitrag zum Umgang mit der Vergangenheit in Darmstadt und darüber hinaus dar. Das Buch ist verständlich geschrieben und somit auch für den Einsatz an Schulen zu empfehlen.“

 Andreas Dickerboom auf HR-Online

 (Internetportal des Hessischen Rundfunks,

online seit 03.12.2008 (www.hr-online.de).

 

Dazu: Ein Interview mit Buch-Herausgeber Martin Frenzel, ebenfalls bei HR-Online (3.12.2008): „Der Fund war wohl kein Zufall“. Herausgeber Martin Frenzel im Interview mit hr-online über die Ereignisse im Oktober 2003, antisemitische Reaktionen und das Konzept der künftigen Gedenkstätte.  Interviewer: Andreas Dickerboom (Redaktion HR-Online).

 

 

„Dieses Buch versteht sich als ein Erinnerungsbuch wider das Vergessen, aber zugleich auch als ein Plädoyer für Toleranz, Weltoffenheit und ein friedliches Miteinander. (...) Herausgeber, Lektor und Initiator des 232seitigen Darmstädter Erinnerungsbuchs ist der Stadtredakteur Martin Frenzel, der das umfassende Projekt in monatelanger Arbeit realisiert hat und die Idee dazu bereits im Herbst 2003 hatte, als er die wundersame Wiederentdeckung hautnah miterlebte. (...)

Die grafische Gestaltung des Buchs hat der Designer Christian Häussler in Zusammenarbeit mit Herausgeber Martin Frenzel besorgt. Von Häussler stammt auch das Titelbild, eine gelungene Aquarellzeichnung der Liberalen Synagoge. Nikolaus steuerte ein Gros der zahlreichen Fotos im Buch bei, darunter etliche sehenswerte Luftaufnahmen. Überdies enthält das Buch etliche seltene historische Fotos des prachtvollen Sakralbaus. Das Buch (versteht sich) (...) als Dokument der Spurensuche über ein Stück verlorengegangener, zerstörter jüdischer Kultur. Das reich illustrierte, zahlreiche Fotos und Zeichnungen enthaltene, durchweg vierfarbige Buch erscheint in einer Startauflage von 1.500 Exemplaren beim Darmstädter Justus-von-Liebig-Verlag (...). Finanziell ermöglicht haben das bibliophil aufgemachte, aufwendige Buchprojekt zahlreiche Sponsoren: Neben dem Kulturamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt sind dies die Sparkassen-Jubiläumsstiftung, der Darmstädter Förderkreis Kultur e.V. und die Kulturfreunde Darmstadt, die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und der Verein Darmstadtia e.V.

 Peter DINKEL in: HEINER. Die Stadtillustrierte von DA – seit 1924 - Neu im 21.Jahr No. 228 / 01 – Januar 2009, S.9 ff.

 

„Im Oktober 2003 rief ein unerwarteter Fund in Darmstadt auf besonders berührende Weise die Reichspogromnacht ins Gedächtnis: Ein Schutthaufen aus verbrannten Eisenträgern und verkohlten Holzbalken verströmte noch den Brandgeruch aus jener Nacht, „ein sehr starker Geruch der Verbrennung, der immer noch, auch nach 65 Jahren, nachwirkte. Es ist wie eine direkte körperliche Berührung und sinnliche Erfahrung dessen, was Zerstörung bedeutet“, wird berichtet. Baggerarbeiten auf der Baustelle des Neubaus des Klinikums der Stadt Darmstadt in der Bleichstraße brachten Überreste der Liberalen Synagoge Friedrichstraße zutage, die vor dem Zweiten Weltkrieg zum Stadtbild gehörte. Noch in diesem Jahr wird eine in den Neubau integrierte Gedenkstätte eröffnet (...).  Zur Liberalen Synagoge ist jüngst ein Buch im Justus von Liebig Verlag erschienen: Martin Frenzel (Herausgeber): „Eine Zierde unserer Stadt. Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Liberalen Synagoge Darmstadt, 232 Seiten mit vielen Abbildungen (...).“                                                                             

(eigtl. KEINE Buchbesprechung:) Alexander Heinigk/Erik Röthele In: Cem Tevetoglus (Pressesprecher Centralstation Darmstadt) Darmstädter Stadtkulturmagazin „P“  Ausgabe 13 / April 2009, S.24-25.

 

  „Der Bundes- und der hessische Landesvorsitzende der SPD nutzen ihren Auftritt beim Forum ‚Das neue Jahrzehnt – Die Gesellschaft im Wandel‘ im Darmstadtium für einen kurzen, schnellen Baustellenbesuch. Empfangen und geleitet werden die beiden vom Verwaltungsdirektor der Kliniken, Rainer Greunke, vom Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde, Moritz Neumann, und vom Buchautor Martin Frenzel, der eine Monografie über die 1938 in der Pogromnacht der Nationalsozialisten in Brand gesetzte und gesprengte Liberale Synagoge verfasst hat. (...)

Der Weg durch die Großbaustelle der Medizinischen Klinik macht klar: die Fertigstellung des Komplexes wird vor Mitte 2010 kaum gelingen. Dagegen wirkt der Gedenkort in seiner bewusst rohen Konzeption, mit Galerieblick auf einen Teil der Grundmauern der Synagoge, bereits fertig. Frenzel spricht von der „scheinbar wundersamen Wiederkehr“ der Fundamente des Gebäudes, als sie 2003 beim Ausbaggern entdeckt wurden. Müntefering hört gebannt zu. (...)

Das Land Hessen habe sich bei den Kosten für den Gedenkort von rund 2,2 Millionen Euro (Frenzel), trotz konkreter Aufforderung, nicht beteiligt, sagen Frenzel und Hanno Benz (SPD-Fraktionsvorsitzender im Stadtparlament). Und schauen dabei besonders Schäfer-Gümbel an, der betroffen, wenn auch ohne eigene Schuld hierbei, zurückschaut.“   

 Paul Hermann GRUNER im „Darmstädter Echo“:

Überschrift „Scheinbar wundersame Wiederkehr“,

Visite – Franz Müntefering und Thorsten Schäfer-Gümbel  besuchen Gedenkort Liberale Synagoge – Eröffnung „im Herbst“ / Erschienen am 17. April 2009, S.13 (mit Infobox und Foto)

 

Fototext zum Gruner-Artikel (Bildunterschrift): „Der Geschichte zuhören: Auf der Galerie über dem künftigen Gedenkort (von links) Rainer Greunke (Verwaltungsdirektor der Städtischen Kliniken), Franz Müntefering, Buchautor Martin Frenzel und Hanno Benz, SPD-Fraktionsvorsitzender im Stadtparlament.

 

 

Kurzbesprechung der Darmstädter Stadtbibliothek (April 2009) zur dortigen Lesung / Buchpräsentation: Einzusehen auf der städtischen Homepage www.darmstadt.de mit Cover Buch.

 Link: http://www.darmstadt.de/bildung/stadtbibliothek/aktuell/interessant/11476/index.html

/bildung/stadtbibliothek/aktuell/interessant

/11476/index.html

 

„Eine Zierde unserer Stadt: Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Liberalen Synagoge Darmstadt.“

 

Am Donnerstag, 26. März 2009, stellte der Initiator, Lektor und Herausgeber Martin Frenzel das 232seitige Erinnerungsbuch in der Romanabteilung der Stadtbibliothek im Justus-Liebig-Haus vor. Nach der Lesung wurde das Buch als Geschenk zur Aufnahme in den Bestand der Stadtbibliothek für die Bürgerinnen und Bürger Darmstadts überreicht.

Das Buch zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Liberalen Synagoge Darmstadt ist 2008 - im Auftrag der Wissenschaftsstadt Darmstadt und Oberbürgermeister Walter Hoffmann - zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht und im Zeichen des 20. Jubiläums der Neuen Synagoge Darmstadt erschienen.

Zwölf Autoren spannen darin in fünfzehn Kapiteln einen Bogen von den Anfängen des Gotteshauses 1876 über die Zerstörung durch die Nationalsozialisten 1938 bis zum überraschenden Fund der Überreste 2003, der weitgehend verdrängte und vergessene Darmstädter Stadtgeschichte wieder ans Licht brachte.

Das sorgfältig gestaltete Buch bietet eine Fülle interessanter Informationen und Fotos sowohl zur Entstehungsgeschichte des Baus als auch zur Geschichte der Darmstädter Juden von 1529 bis zur Gegenwart und versteht sich als Dokument der Spurensuche über ein Stück verlorengegangener, zerstörter jüdische Kultur.

Die Liberale Synagoge soll zukünftig eine Mahnung wider das Vergessen sein, das Buch ein Plädoyer für Toleranz, Weltoffenheit und friedliches Miteinander.

 

Text der Darmstädter Stadtbibliothek, www.darmstadt.de, April 2009

(am Ende kam M.F.‘s Buch doch auf die Homepage der Stadt, obwohl starke Kräfte dies monatelang zu verhindern suchten...)

 

03.11.: Liberale Synagoge Darmstadt: Buchvorstellung und Podiumsdiskussion
Wenige Tage vor der offiziellen Einweihung der neuen städtischen Gedenkstätte Liberale Synagoge Darmstadt stellt der Herausgeber und Autor Martin Frenzel mit Unterstützung von "Gegen Vergessen - Für Demokratie" im Justus-Liebig-Haus sein umfassendes Begleitbuch „Eine Zierde unserer Stadt“. Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Liberalen Synagoge Darmstadt“ vor. Anschließend widmet sich eine Podiumsdiskussion, an der u.a. Bürgermeister Wolfgang Glenz und Staatsministerin a.D. Ruth Wagner teilnehmen, dem Thema des „schwierigen Gedenkens“.
Di., 03.11., 20.00 Uhr
Justus-Liebig-Haus
Große Bachgasse 2 (Stadtmitte)
Mehr Informationen erhalten Sie in der beiliegenden Pressemitteilung.

 Aus: Newsletter des Vereins Gegen Vergessen – Für Demokratie Regionalgruppe Rhein-Main Nr.8 / 2009 vom 26. Oktober 2009 (Vorankündigung durch Andreas Dickerboom, Hg. und Redakteur)

Bei der Gründungs-Pressekonferenz des Fördervereins Liberale Synagoge, Februar 2011, Haus der Geschichte: Martin Frenzel, Autor der "Zierde unserer Stadt" /Foto: Ellen Eckhardt (FLS)
Bei der Gründungs-Pressekonferenz des Fördervereins Liberale Synagoge, Februar 2011, Haus der Geschichte: Martin Frenzel, Autor der "Zierde unserer Stadt" /Foto: Ellen Eckhardt (FLS)
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Zukunft braucht Erinnerung

Förderverein Liberale Synagoge startet FLS-Kampagne: DARMSTADT braucht eine

Rabbi Bruno Italiener-Gedenktafel November 2017!

Rabbi Dr. Bruno Italiener (1881-1956)

Karl Heß-Platz eingeweiht am 15. Januar  2017

Rabbiner, Retter der Darmstädter Pessach-Haggadah, resoluter Kämpfer gegen den Antisemitismus.

FLS-Rundgang:

Jüdisches Darmstadt

Auf den Spuren der Liberalen Synagoge, eines NS-Verbrechens und Rabbi Dr. Bruno Italieners

Termin: Sonntag, 24. September 2017, 14.30 Uhr, Gedenkstätte, Klinikums, Zugang via Bleichstr. Höhe Gagernstr. oder Julius-Landsberger-Platz, Eintritt frei. Spenden für die Rabbi Dr. Bruno Italiener-Gedenktafel 2017 erbeten.

 

Der FLS lädt ein:

FLS-Rundgang: Mai 2017

Jüdisches Darmstadt

Auf den Spuren der Liberalen Synagoge, des Rabbiners Bruno Italiener und eines NS-Verbrechens

Termin: Sonntag, 22. Oktober 2017, 14.30 Uhr, Treffpunkt Eingang Gedenkstätte, Klinikumsgelände, Zugang Bleichstr. Höhe Gagernstr. Eintritt frei

Bürgerehrung 2014: OB Partsch, Martin Frenzel / Foto: Gabriele Claus (FLS)
Bürgerehrung 2014: OB Partsch, Martin Frenzel / Foto: Gabriele Claus (FLS)

Bürgerehrung 2014 für den FLS-Gründer & Vorsitzenden Martin Frenzel: Für jahrelanges, herausragendes Wirken in Sachen ehrenamtlicher Erinnerungsarbeit wurde Martin Frenzel am 30. April 2014 in der Orangerie mit der Ehrenurkunde für verdiente Bürger der Wissenschaftsstadt Darmstadt ausgezeichnet. Mehr unter Pressespiegel/Wir über uns. 

Der Förderverein Liberale Synagoge hat  zudem am 20.Mai 2014 den 2. Preis GESICHT ZEIGEN  für Zivilcourage und gegen Rassimus 2014 erhalten. Die Verleihung fand im Justus-Liebig-Haus durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt statt. Der Preis wurde in Anerkennung des ehrenamtlich-erinnerungskulturellen Engagements für ein weltoffenes Darmstadt durch Oberbürgermeister Partsch vergeben.

OB Partsch überreicht den GESICHT ZEIGEN!-Preis an FLS-Vorsitzender Martin Frenzel Foto: Gabriele Claus
OB Partsch überreicht den GESICHT ZEIGEN!-Preis an FLS-Vorsitzender Martin Frenzel Foto: Gabriele Claus

Der FÖRDERVEREIN LIBERALE SYNAGOGE DARMSTADT e.V. hat "für sein besonderes

Engagement" in Sachen aktiver Erinnerungskultur den Ludwig-Metzger-
Anerkennungs-preis 2013 erhalten.

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