Jubiläumsjahr 150 Jahre Liberale Synagoge Darmstadt 1876 - 2026 - Zukunft braucht Erinnerung

Der Förderverein Liberale Synagoge Darmstadt präsentiert in Darmstadt:

Die bundesweite Wanderausstellung: Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Eine bundesweite Ausstellung der Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Eröffnung: Dienstag, 26. Mai 2026, 19.30 Uhr im Darmstädter Justus-Liebig-Haus, Ludwig-Metzger-Platz, Empfangshalle

Eröffnung durch den Schirmherrn der Darmstädter Ausstellung: Oberbürgermeister Hanno Benz

Laufzeit: Mittwoch, 27.05.2026, bis Samstag, 27.06.2026 - Eintritt frei / zu den Öffnungszeiten der Stadtbibliothek Di-Sa (So und Mo geschlossen)

Das Darmstädter Justus-Liebig-Haus // Foto: Georgenhausen (Wikipedia)

Im Blickpunkt: Auch und gerade die Darmstädter Widerstandskämpferinnen Elisabeth Schumacher, Käthe Kern, Elisabeth Schwamb, Elly Deumer, Lily Pringsheim, aber auch die mit dem Darmstädter Freiheitskämpfer Arvid Harnack verheiratete Mildred Harnack-Fish und die hessische Nazi-Gegnerin Tony Sender

Zukunft braucht Erinnerung: Im Juni 2026 startet eine Vortragsreihe zur Ausstellung:

FLS-Vortrag 1:

Käthe Kern - Darmstädter Kämpferin in Wilhelm Leuschners Widerstands-Netzwerk

„Man lebt ja nicht um seiner selbst willen“.

Termin: Mittwoch, 10. Juni 2026, 19.30 Uhr, Justus-Liebig-Haus, Empfangshalle

Referent: Dr. Ludger Fittkau (Buchautor, Käthe Kern-Biograf, ehem. Hessen-Reporter des Deutschlandfunks), Darmstadt

Während der NS-Zeit war die Darmstädterin Käthe Kern jahrelang so etwas wie die "Privatsekretärin" Wilhelm Leuschners im gewerkschaftlich-sozialdemokratischen Widerstandsnetzwerk des ehemaligen hessischen Innenministers. Ihre gefährliche Untergrundarbeit für den zivilen Flügel des 20. Juli 1944 geriet bis vor wenigen Jahren weitgehend in Vergessenheit. Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin ermöglichte jedoch 2023 in ihrer aktuellen Reihe "Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus" die Veröffentlichung eines Buches über Käthe Kern mit dem Titel "Man lebt ja nicht um seiner selbst willen. Die Frauenrechtlerin Käthe Kern und der 20. Juli 1944" von Ludger Fittkau. Der Autor stellt das Leben und Wirken der Darmstädter Widerstands-Netzwerkerin und Leuschner-Weggefährtin Käthe Kern an diesem Abend vor.

 

Kurzbio Käthe Kern:

 

Geboren am 22. Juni 1900 in DA, gestorben am 16.04

1985 in Ostberlin. Nach Schule in Darmstadt und Ausbildung zur kaufmännischen Angestellten machte sie Gewerkschaftsarbeit und war überdies von 1928 bis 1933 im SPD-Bezirksvorstand Berlin für die Frauenarbeit zuständig. Nach der illegalen Arbeit für den Leuschner-Kreis während der NS-Zeit und dem Kriegsende entschied sich Käthe Kern, in Ost-Berlin zu bleiben und war dort Mitglied im Zentralkommittee der SED. Während des Kalten Krieges übergab sie in Darmstadt dem "Leuschner-Mann" Ludwig Bergsträsser heimlich Material für eine geplante Leuschner-Biografie, die in der DDR zu diesem Zeitpunkt verboten wurde.

 

Der Referent Dr. Ludger Fittkau:

geb. 1959 in Essen, Studien der Sozialpäd. und Sozialwissenschaften in Essen und Hagen. Promotion im Fach Soziologie. Langjährige Tätigkeit als Radiojournalist, Buchautor u.a. zur Geschichte des Ruhrgebiets sowie zum zivilem Flügel des 20. JULI 1944.

 

FLS-Vortrag 2:

Tony Sender aus Hessen (Biebrich): Deutsche Rebellin, Jüdin, politische Ausnahmeerscheinung, mutige Widerstandskämpferin im Exil

Tony Sender – eine Widerstandskämpferin aus Hessen, Kämpferin für Frieden und Frauenrechte

"Hitler darf nicht an die Macht" - "Jetzt geht es um das Höchste, das zu verteidigen ist, um die Menschenwürde."

Termin: Donnerstag, 11. Juni 2026, 19.30 Uhr, Ort: Justus-Liebig-Haus, Empfangshalle

Referentin: Dr. Christl Wickert, Historikerin & Politikwissenschaftlerin, Tony Sender-Expertin

Die 1888 in Biebrich (heute Teil von Wiesbaden) geborene Tochter einer jüdisch-orthodoxen Rabbinerfamilie verließ gegen den Willen ihrer Eltern nach dem Abschluss der Höheren Töchterschule ihr Elternhaus, absolvierte in Frankfurt eine kaufmännische Lehre und trat 1908 der SPD bei. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 kam sie aus Paris zurück. Sie engagierte sich zusammen mit ihrem Lebensgefährten Robert Dißmann (1878-1926) in der Friedensbewegung und von 1917 an in der USPD. Während der Novemberrevolution von 1918 wurde sie als einzige Frau Mitglied des Frankfurter Arbeiter- und Soldatenrates und 1920 als Abgeordnete in den Berliner Reichstag gewählt. Nebenher studierte sie Nationalökonomie. Sie war im Deutschen Metallarbeiter-Verband aktiv und gab von 1928 an zudem die SPD-Zeitung „Frauenwelt“ heraus. 

1933 floh sie - gewaltsam aus ihrer deutschen Heimat vertrieben -  zunächst nach Prag, wurde 1935 im US-Exil in New York ansässig, wo sie für den OSS, den US-Geheimdienst, Lageberichte über das Deutsche Reich verfasste und - einem Aufruf folgend - ihre Erinnerungen schrieb. 1944 arbeitete sie als Wirtschaftsspezialistin bei der späteren Flüchtlings-Organisation UNRRA und im Rahmen der Vorbereitungen zur Gründung der UN war sie Repräsentantin der US-Gewerkschaften bzw. des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften. Sie engagierte sich in der UN-Menschenrechtskommission und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Kommission der Vereinten Nationen zur Rechtsstellung der Frau. Gestorben 1964.

Christl Wickert, Jg. 1953, Dr. disc.pol., Historikerin, Publizistin und Kuratorin, letzte Veröffentlichung: Keine Gerechtigkeit. Die ungleiche Unterstützung des KZ-Überlebenden Fritz Bringmann und des SS-Mannes Walter Filsinger nach 1945. Metropol, Berlin 2022. Im Erscheinen begriffen (zusammen mit Anett Dremel): Krankenreviere in Konzentrationslagern. Zum Umgang mit Krankheit und Sterben im nationalsozialistischen Lagersystem, Wallstein, Göttingen 2027. 

FLS-Vortrag 3:

Eine Darmstädterin im Widerstand: Elisabeth Schumacher und die „Rote Kapelle“

„Aber ich bitte Euch alle um das Eine: schämt Euch unser nicht!“

Termin: Dienstag, 23. Juni 2026, 19.30 Uhr,  Justus-Liebig-Haus, Empfangshalle

Referentin: Katja Ostheimer, Neumünster (Elisabeth Schumacher-Biografin)

Wie verändert sich das Leben, wenn im Land eine Diktatur entsteht? 

Elisabeth Schumacher konnte das Unrecht nicht mit ansehen und entwickelte sich von einer unpolitischen jungen Frau zu einer Nazigegnerin. Die Grafikerin Elisabeth Schumacher kam 1904 in Darmstadt zur Welt -  und gehörte zu einem Freundes- und Widerstandskreis in Berlin, den die Gestapo „Rote Kapelle“ nannte. Es war ein Netzwerk, das Informationen an die Alliierten weitergab, nationalsozialistische Verbrechen dokumentierte und Verfolgten half. Bisher war nur wenig über diese mutige Frau bekannt. Sie geriet in die Fänge der Gestapo und wird zwei Tage vor Heiligabend, am 22. Dezember 1942, in Berlin-Plötzensee ermordet.

 

Katja Ostheimer (*1969 in Leipzig), lebt in Neumünster (Schleswig-Holstein), studierte Umwelttechnik in Bremerhaven und arbeitet im Fachdienst Natur und Umwelt bei der Stadtverwaltung Neumünster.

Sie wuchs in Leipzig in der Nähe der Elisabeth-Schumacher-Straße auf. Nach jahrelanger Spurensuche entstand in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand diese Biografie.

 

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Zukunft braucht Erinnerung

Zukunft braucht Erinnerung: Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Wanderschau der Gedenkstätte Dt. Widerstand Berlin, präsentiert durch den Förderverein Liberale Synagoge Darmstadt  - Mi, 27.05.2026 bis Sa, 27. Juni 2026, geöffnet zu den Öffnungszeiten der Stadtbibliothek, Di-Sa, Eröffnung: Di, 26.05.26, 19.30 Uhr, im Justus-Liebig-Haus durch OB Hanno Benz, Eintritt frei

Förderverein Liberale Synagoge lädt alle interessierten Bürger:innen ein:

Zentrale Gedenkzeremonie: Zukunft braucht Erinnerung -150 Jahre Liberale Synagoge und die Darmstädter Rabbi-Legende Bruno Italiener

Rabbi Dr. Bruno Italiener (1881-1956) - Zum 70. Todestag 2026 - Rabbiner, Retter der Darmstädter Pessach-Haggadah, resoluter Kämpfer gegen den Antisemitismus.

TERMIN: Montag, 23. Februar 2026, 11.30 Uhr Beginn. Es reden: OB Hanno Benz, Daniel Neumann (Vors. Jüd. Gemeinde DA), Sven Axt (Vorstandsvors. Klinikum DA) und Martin Frenzel (Vors. des Fördervereins Liberale Synagoge Darmstadt). Musik: Irith Gabriely, Darmstadts Queen of Klezmer

Ort: Lortzsche Menora vor der Treppe zur Empore der Gedenkstätte, Klinikumsgelände, Zugang Bleichstr Höhe Gagernstr. oder via Julius-Landsberger-Platz

Zukunft braucht Erinnerung:

Jüdisches Darmstadt-Jubiläums-Rundgang  II (im Zeichen des 150. Jahrestags der Liberalen Synagoge Darmstadt): 150 Jahre Liberale Synagoge Darmstadt - Auf den Spuren eines Jüdischen Gotteshauses

Von der Einweihung 1876 über die Zerstörung im Novemberpogrom 1938 bis zur Wiederentdeckung der Überreste 2003            Februar-Termin: Montag, 23. Februar 2026, 15.30 Uhr, Teilnahme kostenlos, Spende erbeten, Voranmeldung notwendig: [email protected],  Treffpunkt: Lortzsche Menora vor der Treppe zur Empore der Gedenkstätte, Klinikumsgelände, Zugang Bleichstr Höhe Gagernstr. oder via Julius-Landsberger-Platz

FLS-Vortrags- und Filmabend im JUstus-Liebig-Haus (23.02.26):

150 Jahre Liberale Synagoge und die Darmstädter Rabbi-Legende Dr.Bruno Italiener

Juni 2026:                      FLS-Rundgang JÜDISCHES DARMSTADT - Auf den Spuren des spät geehrten SV Darmstadt 98-Vorsitzenden Karl Heß und Jüdische Sportler (Howard Adler, Hans Juda) Termin (NEU!): Sonntag, 21. Juni (21.06.) 2026, 14.30 Uhr, Treffpunkt: Karl-Heß-Platz an der gleichnamigen Gedenktafel, Eingang Merck-Stadion am Böllenfalltor, von ort mit Linie 9 zum Luisenplatz und zur Lib Syn-Gedenkstätte,  Um Voranmeldung unter [email protected]

ZUKUNFT BRAUCHT ERINNERUNG: Darmstadt braucht einen Julius-Goldstein-Platz mit Gedenktafel Herbst 2026

GEGEN DAS VERGESSEN: Zum 153. Geburtstag des Kultur- und Technikphilosophen von Rang: Professor Dr. Julius Goldstein (1873-1929) - 29.Oktober 2026

Neue Benefizspendenkampagne des Fördervereins Liberale Synagoge Darmstadt: Darmstadt braucht einen Julius Goldstein-Platz mit Gedenktafel Herbst 2026!"

Der Karl Heß-Platz: eingeweiht auf Initiative des FÖRDERVEREINS LIBERALE SYNAGOGE DARMSTADT e.V. am 15. Januar  2017

ZUKUNFT BRAUCHT ERINNERUNG: 14. Darmstädter Aktionswochen gegen Antisemitismus 2026:  Gegen jeden Antisemitismus! Stoppt den Terror der Hamas, der Hisbollah und ihrer Helfershelfer!

23. Oktober 2026 bis 22. Februar 2027

Mai 2026:

Jüdisches Darmstadt-Rundgang: Auf den Spuren der Liberale Synagoge, der vier Liberalen Rabbiner und Jüdischer Frauen

März-Termin: Sonntag (NEU!),  17. Mai 2026 14.30 Uhr, Teilnahme kostenlos, Spende erbeten, Voranmeldung notwendig: [email protected],  Treffpunkt: an der Lortzschen Menora, Entrée zur Liberale Synagoge- Gedenkstätte Klinikumsgelände, Zugang Bleichstr. Höhe Gagernstr.

Zukunft braucht Erinnerung!

FLS-Rundgang: Jüdisches Darmstadt - Auf den Spuren der Liberalen Synagoge, Hertha Mansbachers, Helga Kellers, Jenny Jeidels-Stamm, der Rabbis Julius Landsbergers und Bruno Italieners und des Philosophen Julius Goldstein

April 2026-Termin: 26. April 2026, 14.30 Uhr, Teilnahme kostenlos, Voranmeldung aber unbedingt erforderlich! Treffpunkt (Start): Beckstr. 87 (nahe der Heinrichstr.),  ehem. Wohnung der Familie Goldstein, von dort via Linie 9 via Luisenplatz zur Gedenkstätte Liberale Synagoge Klinikumsgelände

Voranmeldung erforderlich: [email protected]

Zukunft braucht Erinnerung:

Bürgerehrung 2014: OB Partsch, Martin Frenzel / Foto: Gabriele Claus (FLS)
Bürgerehrung 2014: OB Partsch, Martin Frenzel / Foto: Gabriele Claus (FLS)

Bürgerehrung 2014 für den FLS-Gründer & Vorsitzenden Martin Frenzel: Für jahrelanges, herausragendes Wirken in Sachen ehrenamtlicher Erinnerungsarbeit wurde Martin Frenzel am 30. April 2014 in der Orangerie mit der Ehrenurkunde für verdiente Bürger der Wissenschaftsstadt Darmstadt ausgezeichnet. Mehr unter Pressespiegel/Wir über uns. 

Der Förderverein Liberale Synagoge hat  zudem am 20.Mai 2014 den 2. Preis GESICHT ZEIGEN  für Zivilcourage und gegen Rassismus 2014 erhalten. Die Verleihung fand im Justus-Liebig-Haus durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt statt. Der Preis wurde in Anerkennung des ehrenamtlich-erinnerungskulturellen Engagements für ein weltoffenes Darmstadt durch Oberbürgermeister Partsch vergeben.

OB Partsch überreicht den GESICHT ZEIGEN!-Preis an FLS-Vorsitzender Martin Frenzel Foto: Gabriele Claus
OB Partsch überreicht den GESICHT ZEIGEN!-Preis an FLS-Vorsitzender Martin Frenzel Foto: Gabriele Claus

Der FÖRDERVEREIN LIBERALE SYNAGOGE DARMSTADT e.V. hat "für sein besonderes

Engagement" in Sachen aktiver Erinnerungskultur den Ludwig-Metzger-
Anerkennungs-preis 2013 erhalten.

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